„Zukunft nur mit Digitalisierung“ DKI/BDO-Studie: Deutsche Krankenhäuser schlecht aufgestellt

„Die Digitalisierung bietet vielfältige Möglichkeiten zur Optimierung der Arbeit der Gesundheitswirtschaft“, betont der Gesundheitsunternehmer Prof. Heinz Lohmann. Ganz besonders wichtig sei die Entwicklung Digitaler Workflows zur Behandlung der Patienten unter Einbezug von Künstlicher Intelligenz (KI) um eine Strukturierung der Prozesse zu ermöglichen. „Damit kann das bisherige ‚Improvisationstheater‘ durch das Konzept ‚Markenmedizin‘ abgelöst werden,“ so Lohmann. Die Digitalisierung stärke letztlich durch mehr Transparenz die Rolle der Patienten, die jetzt häufiger auch Konsumenten würden. Damit stütze die Digitalisierung einen allgemeinen Trend, der sich in anderen Wirtschaftsbereichen bereits erfolgreich durchgesetzt habe. Allerdings sei die Datensicherheit in der Gesundheitswirtschaft von besonderer Bedeutung.


Prof. Volker Nürnberg, Partner bei BDO und externes Mitglied des Innovationsausschusses des Gemeinsamen Bundesausschuss

„Ausgerechnet in den deutschen Kliniken gibt es dramatische Lücken in der Datensicherheit“, stellt Prof. Volker Nürnberg, Partner bei BDO und externes Mitglied des Innovationsausschusses des Gemeinsamen Bundesausschuss, fest. Eine Befragung des Deutschen Krankenhaus Instituts (DKI) in Zusammenarbeit mit der Beratungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO habe gezeigt, dass ein Krankenhaus durchschnittlich nur etwa acht Mitarbeiter in der IT beschäftigte. „Damit können sie kaum das operative Tagesgeschäft abdecken, geschweige denn eine vollumfängliche IT-Strategie entwickeln“, warnt Volker Nürnberg.  Beim Investitionsstau der Krankenhäuser hätten in den vergangenen Jahren vor allem die Krankenhausimmobilien im Vordergrund gestanden. Dabei bestehe bei der IT- Infrastruktur ein noch viel größerer Handlungsbedarf.  Der Experte sieht als Beschleuniger dieser Entwicklung neben dem technischen Fortschritt eine Vielzahl neuer gesetzlichen Bestimmungen und zuletzt auch die Covid-19-Pandemie.  Zudem muss nach Meinung von Prof. Nürnberg eine Auseinandersetzung mit neuen Themenfeldern wie Telemedizin, künstliche Intelligenz, Robotik und Big Data erfolgen, um auch zukünftig am Markt bestehen zu können. Prof. Nürnberg abschließend: „Der externe Beratungsbedarf im Hinblick auf die Digitalisierung ist somit immens. KI gestützte Therapien um somit eine präzise, präventive und personalisierte Medizin, sind die Zukunft.“ Ebenso müssten nicht medizinischen Prozesse wie das Human Resources-Management digitalisiert werden. „Und zur Überwachung der Personaluntergrenzen ist ein automatisierter Abgleich der Patientenbelegung mit der Personaleinsatzplanung gefordert,“ rät Nürnberg.

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