Sicheres Krankenhaus: Digitale Lösungen können Mitarbeiter schützen

Ärzte und Pflegekräfte werden gerade bei Not- und Nachtdiensten immer häufiger verbal oder sogar tätlich angegriffen. Der Weltärztebund ruft zum Handeln auf; Gesundheitsminister Jens Spahn fordert besseren Schutz und die Bundesregierung will nun die Strafen bei Gewalt gegen Ärzte, Pflegekräfte und Helfer in der Notfallversorgung verschärfen. Umfragen zeigen inzwischen deutlich steigende Tendenzen. Nach einer Befragung der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) und des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) gaben fast 80 Prozent der befragten Pflegekräfte aus Krankenhäusern an, innerhalb der vorangegangenen zwölf Monate körperliche Gewalt am Arbeitsplatz erlebt zu haben. Bei den Pflegekräften in der stationären Altenpflege waren es etwas über 70 Prozent, bei den Pflegekräften in der ambulanten Pflege knapp 51 Prozent. Verbale Gewalt haben sogar 97 Prozent aller befragten Pflegenden in Krankenhäusern erlebt.

Neben den klassischen Gründen wie Verwirrtheit, Alkohol und Drogenkonsum zeigte die Befragung, dass darüber hinaus auch strukturelle Gründe, wie etwa Überlastung der Notaufnahmen und lange Wartezeiten, als Auslöser für Übergriffe fungierten. Durch eine veränderte Anspruchshaltung und Empfindung der Dringlichkeiten erhöhe sich zudem die Unzufriedenheit mit der Versorgung. Hinzu kämen Kommunikationsprobleme. Ganz aktuell zeigten auch die durch Covid-19 hervorgerufene Ängste, die zunehmende Desinformation und aufgestaute Wut gegen staatliche Stellen größere Auswirkungen, die sich durch Gewalt an medizinischem Fachpersonal manifestiere.

„Die Situation der so dringend benötigten Pflegefachkräfte und Ärzte am Point-of-Care und insbesondere in den zentralen Notfallaufnahmen ist sehr belastend und wird durch Übergriffe noch verstärkt,“ warnt Valerio Signorelli, Managing Director Ascom DACH. Neue Technologien könnten zumindest zu einer gewissen Entlastung beitragen in diesen schwierigen Situationen, fügt er hinzu: „Entscheidend ist es dabei sowohl auf strukturelle Ursachen – etwa eine zielgerichtete und kontextbezogene Kommunikation und Kollaboration über smarten Alarminformationssysteme – als auch auf die akute Notsituation abzuzielen. Als Ascom bringen wir langjährige Erfahrung im Bereich rund um kritischen Kommunikations- und Alarmierungslösungen zur Mitarbeitersicherheit mit und fokussieren uns dabei auf diese beiden Punkte – auch in sehr kritischen Segmenten wie Psychiatrien, JVAs und der Forensik.“

Denn digitale Lösungen, die diese beiden Aspekte inkorporieren können zu einer starken Verbesserung führen und das Personal besser schützen. Systeme, wie zum Beispiel eine Personen-Notsignal-Anlage, sind mobile Kommunikationslösungen, welche die Verständigung zwischen den Pflegefachkräften vereinfacht und die Sicherheit deutlich erhöht. Durch solche Lösungen können Betroffene im Notfall schneller, einfacher und wenn notwendig diskrete Notrufe auslösen, wie zum Beispiel über einen Notfallknopf am Mobilgerät. Es können auch willensunabhängige und sogenannte „Mandown“ Alarme eingestellt werden, bei denen ein Notruf automatisch ausgesendet wird, wenn das Endgerät beispielsweise aus der Hand gerissen wird. Durch das Mitsenden der Lokation ermöglichen diese digitalen Lösungen zudem das schnelle Reagieren auf Notrufe bei Mitarbeiterübergriffen.

Valerio Signorelli, Managing Director Ascom DACH

„Alles in allem hat die Zunahme an Gewalt und Übergriffen an Krankenhauspersonal weitlaufende Folgen. Nebst der unmittelbaren Mitarbeitersicherheit wird auch die Arbeitszufriedenheit und das Stressniveau der Mitarbeiter negativ beeinflusst. Außerdem kann es auch weitere Auswirkungen auf andere Bereiche, wie die Effizienz von Arbeitsprozessen, Patientenzufriedenheit und auch Kosten haben. Ascom unterstützt die Mitarbeitersicherheit in den Krankenhäusern mit innovativen Technologien und integrativen, digitalen Ansätzen. Die Entlastung der Pflege und des Krankenhauspersonals generell ist wichtiger denn je und wir hoffen hier einen kleinen Beitrag leisten zu können als Ascom – auch für mehr Mitarbeitersicherheit“, resümiert Signorelli.