Potential für mehr Nachhaltigkeit beim Einsatz von Textilien

Die Corona Pandemie ist wohl eine der wegweisendsten Krisen unserer Zeit. Wie auch immer man zu dem Umgang mit dieser Pandemie steht, so lässt sich nicht verneinen, dass sie eine nie zuvor da gewesene Situation darstellt, deren Bewältigung große Herausforderungen an die ganze Welt stellt. Wegweisend bedeutet in diesem Zusammenhang: die Welt danach wird anders aussehen als vor der Krise.

Lässt man nun die aktuelle Handhabung von Corona hinter sich und schaut in die Zukunft, so wird deutlich, dass einige Lehren aus der Krise gezogen werden müssen. Es tun sich kaum absehbare Risiken aber auch Chancen und Potentiale auf, die in der Zukunft genutzt werden können.


Stephan Arno Richtzenhain
Geschäftsführender Gesellschafter Sitex Textile Dienstleistungen Simeonsbetriebe GmbH

Einer der Eckpfeiler der Krise ist die Globalisierung. Die Vernetzung der Welt kann als eine der größten Errungenschaften der Menschheit gesehen werden. Doch birgt sie auch Nachteile und Risiken, die in der jüngsten Vergangenheit nur allzu sichtbar wurden.

Geht man einmal ins Detail und betrachtet den Ursprung der Pandemie aus biologischer Sicht, so ist es wahrscheinlich, dass das Virus durch ein Wildtier auf den Menschen übertragen wurde. Durch die rasant steigende Nachfrage landwirtschaftlich produzierter Güter aus aller Welt, dringt der Mensch weiter und weiter in die bisher unberührten Lebensräume unterschiedlichster Tierarten ein. Durch die Zerstörung der jeweiligen Ökosysteme sterben viele der dort vorhandenen Arten aus. Doch einige widerstandsfähige Tiere überleben und teilen sich einen Lebensraum mit dem Menschen. Diese Tiere sind zum Teil Träger von Viren, die unser Immunsystem noch nicht kennt und die sie nun an den Menschen weitergeben. Durch die vernetzte Welt, in der immer mehr Menschen immer häufiger in die entlegensten Winkel unseres Planeten reisen können, verbreiten sich auch Krankheiten deutlich schneller und weiter.

Betrachtet man diese Schlussfolgerung aus der derzeitigen Pandemie, so wird deutlich, dass die Klimakrise und damit einhergehend Umweltschutz und die Erhaltung von Ökosystemen eine tragende Rolle spielt in der Erhaltung der Menschheit und der unseres Planeten wie wir sie kennen. Der nachhaltige Umgang mit unseren natürlichen Ressourcen, die Bewahrung der noch vorhandenen Ökosysteme an Land und in den Ozeanen und nicht zuletzt die nachhaltige Bewirtschaftung von Landflächen findet nun unter neuen Gesichtspunkten eine Relevanz, die sie schon lange haben müsste.

Es ist daher also wichtig, dass sich die Menschheit umstellt. Es muss auf Alternativen gesetzt werden zu Produkten, deren Herstellung, Transport und Entsorgung den Planeten nachweislich schädigt. Regionalität kann Supply-Chains der Weltwirtschaft nachhaltiger und belastbarer machen. Globalisierung ist wichtig, insbesondere wenn man vielen Ländern der Dritten Welt eine Entwicklungsperspektive geben will. Globalisierung ist aber kein Selbstzweck und muss sich der Überprüfung hinsichtlich ökologischer und nachhaltiger Aspekte stellen.

Nur wenige Branchen wurden in der Corona Krise so gefordert wie das Gesundheitswesen. Neben den Risiken, die die Menschen auf sich nahmen um die Gesellschaft durch die Pandemie zu manövrieren, taten sich allerdings auch gravierende Baustellen auf in Bezug auf Logistik und Beschaffung. Die drastisch erhöhte Nachfrage führte zum Kollaps vieler elementarer Lieferketten. Daher sieht man sich nun konfrontiert mit der Fragestellung, wie man die Supply Chains krisensicher und regionaler und somit weniger anfällig für Störungen des globalen Handels, machen kann. Wenn man nun also damit beginnt diese Bereiche neu zu strukturieren, sollte man sich die Frage stellen ob man darüber hinaus nicht noch weitere Verbesserungen in die Wege leiten kann bezüglich der Beschaffung von Produkten des Gesundheitswesen. Nicht nur die Corona Krise sollte Treiber der Umstrukturierung sein, sondern auch die Klima Krise und die demographische Krise. Für die Gesundheitsbranche sind Textilien vom Volumen her der größte Ver- bzw. Gebrauchsartikel. Bereits ein Krankenhaus mittlerer Größe benötigt mehrere Tonnen frisch aufbereiteter Textilien täglich. Umso wichtiger sollte hier die Auswahl nachhaltig produzierter Produkte sein. Diese stehen heute zur Verfügung, sowohl in Form von vorbildlich angebauter Baumwolle als auch durch innovative Fasern, wie z.B. Tencel. Auch der Ersatz von Einweg- durch Mehrweg-Produkte kann zu einer nachhaltigeren und krisensicheren Beschaffung führen. Nachhaltigkeit ist aber auch ein Thema hinsichtlich der Gewinnung und langfristige Bindung von Arbeitnehmern. Wertschätzung ist hier ein Schlüsselwort: Mitarbeiter sollten sicher, funktional und vom sozialen Status her angemessen eingekleidet werden. Arbeitskleidung sollte so zu gestalten sein dass sich die Arbeitnehmer wertgeschätzt fühlen.

Grundsätzlich lässt sich zusammenfassen, dass wir durch eine große Krise unserer Zeit vor viele Probleme gestellt werden. Der Umgang mit diesen Problemen stellt große Herausforderungen an die Menschheit. Doch er birgt auch viel Potential die Welt nachhaltig zu verbessern.

Ansprechpartner:

Stephan Arno Richtzenhain
Geschäftsführender Gesellschafter Sitex Textile Dienstleistungen Simeonsbetriebe GmbH
s.richtzenhain@sitex.de

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