Extreme erfordern Teamplay – Wie Krankenhäuser gestärkt aus der Corona-Krise gehen können

Die Corona-Krise hat das deutsche Gesundheitswesen hart getroffen und alle Akteure enorm gefordert. „Für Krankenhäuser und Kliniken ist diese Ausnahmesituation zweifellos ein einschneidender Wendepunkt, der in vielen Bereichen die Notwendigkeit eines Umdenkens und Perspektivwechsels aufzeigt“, meint Prof. Heinz Lohmann.


Peter Jeurissen, Hauptbevollmächtigter der deutschen Niederlassung des Risikoversicherers Sham

So wenig diese Situation auch vorhersehbar war: Ein aktives und präventives Risikomanagement ist entscheidend, um Krankenhäuser mit zukunftsfähigen Konzepten auf alle Eventualitäten vorzubereiten. „Als Krankenhaushaftpflichtversicherer steht Sham seit jeher für die Verknüpfung eines vorbeugenden Risikomanagements mit einem nachhaltigen Versicherungsschutz“, erklärt Peter Jeurissen, Hauptbevollmächtigter der deutschen Niederlassung des Risikoversicherers Sham. „Dabei stehen bei uns als genossenschaftlich organisiertem Versicherungsverein stets partnerschaftliche Lösungen im Vordergrund. Denn auch das sollte diese Krise mit Nachdruck gezeigt haben: Die Problemfelder moderner Kliniken können angesichts ihrer steigenden Komplexität und Interdependenz nur durch ein kooperatives Vorgehen aller Beteiligten effektiv bearbeitet werden.“

Um Risiken zukünftig noch besser vorzubeugen, setzt Sham auch auf das Know-how verschiedener Technologiepartner. Denn erst die Kombination von präventiven Dienstleistungen ermöglicht einen Risikomanagementansatz, der über die reine Versicherung von bereits eingetretenen Schäden hinausgeht. Durch die Kooperation mit Technologieunternehmen, die auf klinische Prozessstabilität spezialisiert sind, geht Sham den nächsten Schritt, um den Wandel des Risikomanagements von einem reaktiven zu einem prädiktiven Ansatz voranzutreiben. Diese interdisziplinäre Vorgehensweise kann dank zahlreicher technischer Innovationen die Patient Journey von Beginn an sicherer gestalten und Kliniken darüber hinaus bei der effizienten Ressourcenallokation unterstützen. „So bietet etwa unser Partner Amalfi Visualisierungswerkzeuge für die klinische Entscheidungsfindungsfindung“, beschreibt Peter Jeurissen weiter. Mit Hilfe von Algorithmen aus dem Bereich des maschinellen Lernens und Datenanalysen kann die Software Vorfälle auf lokaler und regionaler Ebene antizipieren. Konkret bedeutet das etwa für das Management von Betriebsabläufen in Notaufnahmen, dass Wartezeiten verkürzt werden und sich das Wiederaufnahmerisiko verringert.

Intensivstationen profitieren wiederum vom antizipierenden Analysetool eines weiteren Partners, des Unternehmens CLEW. Durch die regelmäßige direkte Abfrage von elektronischen Gesundheitsdaten sowie die Verwendung von Echtzeit-Informationen, können individuelle Vorhersagen zum klinischen Zustand von Patienten generiert werden. Diese Datenbasis verbessert die Grundlage für Behandlungsentscheidungen, optimiert Sicherheitsstandards und verringert zudem Pflegekosten. Die Rationalisierung der Patientenversorgung geht so Hand in Hand mit der Verbesserung der Patientensicherheit.

Nicht zuletzt müssen klinische Präventionsmaßnahmen einen besonderen Fokus auf die Chirurgie, als Haupterlösbringer, legen: den Fachbereich, in dem sich die meisten Schadensfälle ereignen. Sham geht die Problemlösung in diesem kritischen Bereich zusammen mit dem Berliner Integrator für OP-Systeme caresyntax an. Das Unternehmen ist auf Software-Lösungen zur Verbesserung perioperativer Prozesse und zur Minimierung chirurgischer Risiken spezialisiert. Vollintegrierte, digitale Anwendungen führen die relevanten Daten dort zusammen, wo sie benötigt werden und unterstützen die datenbasierte Prozessverbesserung. Durch die Kombination von IoT-Anwendungen („Internet of Things“), Datenanalysen und KI-Technologien, können so unstrukturierte klinische und operative Daten in verwertbare Echtzeitinformationen gewandelt werden. Dies ermöglicht ein optimiertes Erkennen und Verständnis vorhandener Risiken sowie die Automatisierung chirurgischer Arbeitsabläufe. Krankenhäuser können so chirurgische Risikokosten reduzieren und gleichzeitig die Effizienz der eigenen Wertschöpfungskette verbessern.

Für einen ganzheitlichen Ansatz ist es zudem elementar, bereichsübergreifende Gefahren zu erkennen. Im Gesundheitssektor ist es dabei besonders wichtig, den Blick auf die Kehrseite der Digitalisierung, die ohne Zweifel zahllose klinische Innovationen ermöglicht hat, zu richten: Denn in vielen Fällen noch mit zu wenig Aufmerksamkeit bedacht, sind Cyberattacken zu einer immer größeren Gefahr für Krankenhäuser und die Sicherheit ihrer Patienten geworden.  Sham hat auch hier einen wichtigen Handlungsbereich identifiziert und mit CyberMDX den passenden Partner gefunden: Das in Israel gegründete Technologieunternehmen stellt eine Plattform für Cybersicherheit bereit, die zur Identifizierung und Prävention spezifischer Risiken im Gesundheitssektor konzipiert wurde. Anders als die meisten Ansätze in diesem Bereich, bietet die Software nicht nur eine Möglichkeit, Cyberangriffe abzuwehren, sondern liefert zugleich eine Kartografie aller vernetzten Medizinprodukte und anderer verbundenen Geräte und Systeme, um z.B. durch Anpassung der Segmentierung potentielle Angriffe bereits im Vorfeld einzugrenzen. Die operative Analyse erlaubt so auch das Erkennen und Beheben von IT-Schwachstellen insbesondere im sensiblen Bereich des „Internet of Medical Things“ (IoMT).

Diese verstärkte Verbindung zwischen medizinischer und informationstechnologischer Welt, kann durch die Umsetzung präventiver Maßnahmen Risiken und damit auch steigenden Risikokosten nachhaltig vorbeugen. Für Gesundheitsinstitutionen bietet dies für die Zeit nach der Krise Chancen zur Optimierung der finanziellen und betrieblichen Effizienz: Ein verbessertes Management der medizinischen Ressourcen ermöglicht trotz Personalmangels eine Produktivitätssteigerung im OP bei gleichzeitig verbesserter Qualität. Dabei helfen unter anderem digital unterstützte Trainingsmethoden für Operationstechniken.

Krankenhäuser begegnen so nicht nur dem Wandel des Gesundheitssystems an sich, sondern auch dem Wandel des Patienten zum kritischen Konsumenten, der für seine Sicherheit immer stärker sowohl Transparenz als auch beste technologische Qualität und konstant hohe medizinische Standards erwartet. „So verheerend die letzten Monate auch in vielerlei Hinsicht waren, so notwendig ist es, gerade jetzt die richtige Weichenstellung für die Zukunft des Gesundheitswesens vorzunehmen. Je stärker wir dabei die komplexen Risikofelder einer digitalisierten Patientenversorgung minimieren, desto besser sind wir künftig (auch) für Krisensituationen gewappnet.“

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