COVID-19  Planungssicherheit für Kliniken gefordert

„Die Corona-Krise zeigt zwar auf der einen Seite, dass Deutschland im internationalen Vergleich über ein starkes, handlungsfähiges und belastbares Gesundheitssystem verfügt“, meint Gesundheitsunternehmer Prof. Heinz Lohmann. „Gleichwohl werden auch Schwächen und Verbesserungsbedarfe deutlich. Gerade in einer Zeit, in der sich die Intensivstationen der Kliniken wieder mit COVID-19-Patienten füllen und das ohnehin schon knappe Pflegepersonal verstärkt ausfällt, gilt es die richtigen Lehren zu ziehen und nicht in alte Mechanismen zu verfallen.“ Steigende Patientenzahlen und hohe Krankenquoten bei den Beschäftigten – das sieht auch Dr. Reinhard Wichels, aktuell als eine der größten Herausforderungen an. „Betroffene Häuser haben kaum eine andere Wahl: Sie müssen elektive Fälle reduzieren – auch wenn es für Patienten und das Budget teilweise erhebliche Konsequenzen hat“, erläutert der Gründer und Geschäftsführer des Beratungsunternehmens WMC Healthcare GmbH.

WMC Healthcare GmbH
Dr. Reinhard Wichels,
Gründer und Geschäftsführer des Beratungsunternehmens WMC Healthcare GmbH

Die finanzielle Situation zahlreicher Häuser wird sich nach Einschätzung von Wichels daher wieder verschärfen. „Das Bundesministerium für Gesundheit plant zwar derzeit weitere finanzielle Hilfen – diese werden aber spätestens Ende März wieder auslaufen.“  Die Kliniken kämpften also bereits heute an mehreren Fronten: um die Gesundheit der COVID-Patienten und den Schutz des eigenen Personals, aber auch um die eigene wirtschaftliche Stabilität bzw. Zahlungsfähigkeit. „Die Pläne der Bundesregierung noch im Dezember mit den Impfungen von gefährdeten Personen und insbesondere des medizinischen Personals zu beginnen sind ein Schritt in die richtige Richtung“, findet Wichels.  Und auch die geplante Vereinheitlichung der Quarantänezeiten auf 10 Tage sei hilfreich.  Es müsse aber noch deutlich mehr geschehen, wenn man den Betrieb der Intensivkapazitäten mit ausreichend qualifiziertem medizinischen und pflegerischen Personal langfristig sicherstellen wolle. Lohmann mahnt an, dabei auch die kleineren  Häuser nicht zu vergessen: „Vor dem Hintergrund dieser erheblichen operativen Herausforderungen sollten auch diese Kliniken, die beim aktuellen Rettungsschirm nicht berücksichtigt wurden, nicht im Regen stehengelassen werden.“

Schreiben Sie einen Kommentar