Bürgermeister Peter Tschentscher eröffnet 14. GESUNDHEITSWIRTSCHAFTSKONGRESS

Bürgermeister Peter Tschentscher eröffnet 14. GESUNDHEITSWIRTSCHAFTSKONGRESS

Mehr als 800 Teilnehmer aus ganz Deutschland beim zentralen Branchentreffen in Hamburg

„Hamburg ist ein führender Standort der Gesundheitswirtschaft in Deutschland mit mehr als 180.000 Beschäftigten und einer Bruttowertschöpfung von rund 10 Mrd. Euro pro Jahr“, betonte der Erste Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg Dr. Peter Tschentscher, in seinem Grußwort beim 14. GESUNDHEITSWIRTSCHAFTSKONGRESS heute (19. September) in Hamburg. Mit gezielten Programmen unterstütze der Senat den digitalen Wandel der Gesundheitsbranche und die Entwicklung innovativer Medizintechnik. In einem weiteren Grußwort überbrachte der Parlamentarische Staatssekretär Dr. Thomas Gebhart die Grüße des Bundesministers für Gesundheit und informierte über die aktuellen Vorhaben der Bundesregierung.

Eröffnet wurde der Kongress von seinen Präsidenten Professor Heinz Lohmann und Senator a. D. Ulf Fink. Prof. Lohmann sprach in seiner Rede den Wunsch aus, es möge von dem zentralen Treffen der Manager und Unternehmer aus ganz Deutschland das Signal an die Gesellschaft und insbesondere die Politik ausgehen, dass die Akteure sich ihrer Verantwortung in dieser besonderen Situation bewusst sind und ihren Beitrag zur Lösung der künftigen Probleme bereit sind zu leisten. Sie sollten dabei auf die immer souveräner werdenden Patienten und die rarer werdenden Mitarbeiter hören und endlich moderne Methoden und Technologien nutzen, um die Situation kranker Menschen nachhaltig zu verbessern und die Beschäftigten zu entlasten. Prof. Lohmann wörtlich: „Ich wünsche mir mehr unternehmerische Manager, die die Herausforderungen für sich annehmen und eigenständige Lösungen entwickeln.“

Beim 14. GESUNDHEITSWIRTSCHAFTSKONGRESS werden noch bis Donnerstag mehr als 220 Referenten in über 40 Sessions alle relevanten Themen der Branche beraten.

Hier der volle Wortlaut der Rede des Kongresspräsidenten Prof. Heinz Lohmann aus Anlass der Eröffnung des 14. GESUNDHEITSWIRTSCHAFTSKONGRESSES in Hamburg am 19. September 2018:

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

das Wasser muss zur Nase reinlaufen, um die Dramatik einer Situation wirklich zu erfassen. Der Mund reicht bei Menschen in aller Regel nicht. Die aufgeregten öffentlichen Diskussionen sprechen jetzt allerdings eine deutliche Sprache. Der Pegelstand reicht offenkundig aus. Täglich berichten die Medien über Pflegenotstand, Ärztemangel, Hygieneprobleme und vieles mehr. In jeder Talkshow, die etwas auf sich hält, wird die unmittelbar bevorstehende Versorgungskatastrophe von – meistens selbsternannten – Experten aller Art beschworen. Die Forderungen an die Politik, einzuschreiten und die Dinge zum Guten zu wenden, werden immer eindringlicher. Und die Politik reagiert. Sie stellt Finanzmittel in Aussicht und, mehr noch, sogar bereit. Bevor in dieser Situation allerdings Euphorie ausbricht, muss ich Wasser in den Wein schütten. Meine Berufserfahrung hat mich in Situationen wie diesen sehr skeptisch werden lassen. Zu häufig war es so, dass zunächst das Geld kam, dann die Paragrafen, anschließend das Geld wieder ging, die Paragrafen aber blieben. Wer hartnäckig die Politiker zum Handeln auffordert, darf sich hinterher nicht über zu viel Regulierung beklagen. Der Grund für das Lamento über zu wenige Freiräume in der Gesundheitswirtschaft ist häufig selbst verursacht.

Ich wünsche mir mehr unternehmerische Manager, die die Herausforderungen für sich annehmen und eigenständig Lösungen entwickeln. Sie sollten dabei auf die immer souveräneren Patienten und die rarer werdenden Mitarbeiter hören und endlich moderne Methoden und Technologien nutzen, um die Situation kranker Menschen nachhaltig zu verbessern und die Beschäftigten zu entlasten. Insbesondere die Digitalisierung gilt es voranzutreiben. Hier ist bisher insgesamt nicht ausreichend Fahrt aufgenommen worden. Das gilt vor allem für die Pflege. Wer verhindern will, dass die Pflege jetzt endgültig aus der leistungsbezogenen Finanzierung verschwindet, muss unverzüglich das Heft des Handelns in die Hände nehmen. Weiteres Abwarten engt die eigenen Entscheidungsräume weiter ein und schadet letztlich dem Patienten.

Ich wünsche mir, dass von diesem 14. GESUNDHEITSWIRTSCHAFTSKONGRESS das Signal an die Gesellschaft und insbesondere die Politik ausgeht, dass die Akteure sich ihrer Verantwortung in dieser besonderen Situation bewusst sind und ihren Beitrag zur Lösung der vor uns liegenden Probleme bereit sind zu leisten. Allen voran sind Manager und Unternehmer gut beraten, sich den Herausforderungen vorausschauend zu stellen. Deshalb ist es wichtig, hier auf dem GESUNDHEITSWIRTSCHAFTSKONGRESS den Austausch mit den anderen Teilnehmern zu pflegen und die gemeinsamen Positionen zu formulieren. Herr Senator a. D. Ulf Fink und ich sind als die Präsidenten des Kongresses hoch erfreut, dass Sie alle auch in diesem Jahr unserer Einladung gefolgt sind. Seien sie herzlich willkommen!

Besonders begrüßen möchte ich den Ersten Bürgermeister und Präsidenten des Senats der Freien und Hansestadt Hamburg. Dr. Peter Tschentscher ist Arzt und – wie ich in gelegentlichen Gesprächen mit ihm feststellen konnte – ein exzellenter Kenner der Gesundheitsszene. Wir freuen uns sehr, dass Sie, Herr Bürgermeister, in diesem Jahr die Vertreter der Gesundheitswirtschaft aus ganz Deutschland hier in Hamburg begrüßen werden. Ein weiteres Grußwort spricht der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Gesundheit Dr. Thomas Gebhart. Auch ihnen ein herzliches Willkommen. Persönlich begrüßen möchte ich ausdrücklich Frau Senatorin Cornelia Prüfer-Storcks, Präses der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz, die uns jedes Jahr die Ehre gibt und heute Mittag als Schirmherrin die Preisverleihung der Christoph Lohfert Stiftung begleiten wird.

Meine Damen und Herren, der GESUNDHEITSWIRTSCHAFTSKONGRESS als zentrales Branchentreffen ist deshalb so wichtig, weil er die gegenwärtigen und zukünftigen Themen, Realität und Vision, eng miteinander verknüpft. Innovationen sind dazu ein ganz zentrales Stichwort. Sie werden Ihnen auf diesem Kongress immer wieder begegnen. Umso ärgerlicher sind deshalb für alle Akteure die viel zu häufig ellenlangen Entscheidungswege in unserer Branche. Leider verhungern derzeit viele gute Ideen „am langen Arm“. Es ist keine Seltenheit, wenn von der Projektvorstellung bis zur Realisierung in Deutschland drei bis vier Jahre vergehen. Das halten insbesondere Startups wirtschaftlich selten durch! Viel zu viele Verantwortliche in Krankenhäusern und Krankenkassen sind noch zu zögerlich, so dass selbst äußerst positiv bewertete Innovationen nicht rechtzeitig zum Zuge kommen. Daran tragen Aufsichtsbehörden in der Gesundheitswirtschaft ein gerüttelt Maß an Schuld bei. Insbesondere das Bundesversicherungsamt bremst mit seinen ständigen bürokratischen Einwendungen und Bedenken den Schwung der Entscheider. Die Gesundheitswirtschaft muss bei Innovationen insgesamt deutlich aktiver werden, sonst sieht es für den Standort Deutschland und insbesondere für Startups, finster aus und das, obwohl es viele tolle Ideen und Konzepte hierzulande gibt.

Niemals, meine Damen und Herren, war der GESUNDHEITSWIRTSCHAFTSKONGRESS so jung wie in diesem Jahr. Immer wieder wird behauptet, die junge Generation wolle vor allem viel Freizeit. Ihr ginge es mehr um Lebensqualität als um Karriere. Stimmt das wirklich? Sind die jungen Arbeitnehmer schon auf die Rente bedacht? Ist Sicherheit für sie wichtiger, als die Chance, künftig in Spitzenpositionen zu gelangen? Sind das Mythen oder gibt es wirklich gravierende Unterschiede zwischen den Generationen? Darüber werden wir heiß diskutieren. Zwischen „jungen Füchsen“ und „alten Hasen“ geht es um die Frage „Aufbruch statt Routine?“ und im Forum „Next Generation: Manager der Zukunft und ihre Ideen“ präsentieren von einer Jury ausgewählte Hochschulabsolventen ihre Thesen zur Zukunft der Branche.

Ich persönlich freue mich sehr auf den TV-Talk „Mensch Wirtschaft!“, dessen neueste Folge wir hier aufzeichnen werden. Mein Gast wird der Sternekoch, Autor und TV-Moderator Christian Rach sein. Ich werde mit ihm auch darüber sprechen, ob seine sehr populäre Fernsehsendung „Rach, der Restauranttester“ auf Krankenhäuser übertragbar wäre. Wer mich kennt, weiß, dass mich Gegenwartskunst ganz besonders fasziniert. Deshalb ist die Anwesenheit des Mail-Art-Künstlers Hans Braumüller für mich ein Highlight. Er wird gleich nach der Kongresseröffnung am Stand der INITIATIVE GESUNDHEITSWIRTSCHAFT kleine Kunstwerke als Geschenke für die Kongressteilnehmer gestalten und signieren. Mich werden Sie bei dieser Aktion auf jeden Fall antreffen.
Jetzt liegen zwei Tage mit einem hoch interessanten Programm vor uns. Das verdanken wir nicht zuletzt dem Engagement unserer Sponsoren und Partner. Ihnen möchte ich dafür ausdrücklich danken. Sie, meine Damen und Herren, werden die Chancen zu Diskussionen mit den Expertinnen und Experten und Ihren Kolleginnen und Kollegen nutzen, davon bin ich überzeugt. Erst danach, das ist natürlich klar, kann ich Ihnen unser schönes Hamburg empfehlen.

Der 14. GESUNDHEITSWIRTSCHAFTSKONGRESS ist eröffnet.

Aktuelle Informationen und direkte Anmeldung zum diesjährigen GESUNDHEITSWIRTSCHAFTSKONGRESS am 19. und 20. September im Grand Elysée Hotel ständig unter: www.gesundheitswirtschaftskongress.de.

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  1. Spannende Themen die alle eines widerspiegeln – es ist 5min vor 12.00h und es besteht vielfältiger Handlungsbedarf. Es wird jedoch nur gemeinsam gehen, beginnend bei der Politik bis hinein in die Stationen, um den Schulterschluss zwischen Theorie und Praxis hinzubekommen.

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