Abwarten ist keine Option

Patienten haben bei der Digitalisierung die Nase vorn, Ärzte sind eher skeptisch

„Wenn die Ärzteschaft sich nicht bald einen gewaltigen Ruck gibt, werden ihr die Patienten weglaufen“, davon ist der Gesundheitsunternehmer und Präsident des GESUNDHEITSWIRTSCHAFTSKONGRESSES, Professor Heinz Lohmann, zutiefst überzeugt. Umfragen belegten den Wunsch von 59 Prozent der Patientinnen und Patienten, aber nur 21 Prozent der Ärztinnen und Ärzte nach einer Online-Terminvereinbarung und von immerhin 26 Prozent der Patientinnen und Patienten nach einer Online-Sprechstunde. Nur 14 Prozent der Ärztinnen und Ärzte hegten diesen Wunsch. Hingegen überwiege bei der Ärzteschaft nach wie vor aber die Skepsis gegenüber dem Einfluss der Digitalisierung. Lohmann wörtlich: „Wenn 2/3 der Ärztinnen und Ärzte keinen Einfluss oder gar eine Verschlechterung durch den Einsatz digitaler Angebote bei der Diagnosequalität und bei Therapieerfolgen erwarten, muss das sehr bedenklich stimmen!“ Sogar mehr als 3/4 der Ärzteschaft sähen keinen oder einen negativen Einfluss durch die Digitalisierung bei der Arzt-Patienten-Beziehung. Das könne angesichts der konträren Patienten­hoffnungen nur schiefgehen. Die Internetriesen arbeiteten intensiv an Angeboten, die die offenkundige Lücke zwischen den Erwartungen der Ärzte und der Patienten bezogen auf die Digitalisierung ausfüllen können. Prof. Lohmann deutlich: „Wenn die Ärzteschaft weiter im Geschäft bleiben will, muss sie umdenken, abwarten ist keine Option!“

Der 16. GESUNDHEITSWIRTSCHAFTSKONGRESS am 22. und 23. September 2020 in Hamburg wird ganz im Zeichen der Chancen, die die Digitalisierung der Branche bietet, stehen. Er wird alle wichtigen Aspekte dieses dramatischen Umbruchs behandeln. Dabei werden die mehr und mehr an Einfluss gewinnenden umfassenden Systempartnerschaften zwischen den verschiedenen Akteuren der Zukunftsbranche Gesundheit breiten Raum einnehmen. Die Agenda wird aber auch bestimmt sein von den Auswirkungen der Digitalisierung auf die Beschäftigten in den Unternehmen der Gesundheitswirtschaft. Begleitet werden die Veränderungs­prozesse durch eine intensive Debatte über die ethischen Aspekte. Ganz zentral wird es um die stärkere Berücksichtigung der Interessen der Patienten gehen. ­
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Aktuelle Informationen zum Kongress unter: www.gesundheitswirtschaftskongress.de

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