Healthcare out-of-the-box – Erster Podcast der neuen Serie mit Prof. Heinz Lohmann

Mal visionär, mal ganz persönlich, mal zurückblickend: Prof. Lohmann im neuen Podcast „Healthcare out-of-the-box – Podcast für Entrepreneurship und Innovation im Gesundheitswesen“ von Tobias Krick. 60 Minuten „Wissen Gesundheitswirtschaft“ kompakt!


Healthcare out-of-the-box – erster Gast des neuen Podcasts von Tobias Krick: Prof. Heinz Lohmann

Der neue Podcast richtet sich an alle Innovatorinnen und Innovatoren aus dem Gesundheitswesen. Mit seinen Gästen taucht Tobias Krick in innovative Erfolgsgeschichten und unternehmerische Reisen aus dem Healthcare Bereich ein. Der Podcast dient als Chance zum Perspektivwechsel und soll all diejenigen, die sich intensiv und realitätsnah mit dem Thema Innovation im Gesundheitswesen auseinandersetzen wollen, dabei unterstützen. Jede Folge ist dafür gedacht zu motivieren mit eigene Ideen das Gesundheitswesen ein Stück weit innovativer zu machen. Dafür gibt es sowohl konkrete Tipps als auch die Möglichkeit den Weg anderer Entrepreneurinnen und Entrepreneure im Gesundheitswesen etwas genauer zu verstehen.

COVID-19  Planungssicherheit für Kliniken gefordert

„Die Corona-Krise zeigt zwar auf der einen Seite, dass Deutschland im internationalen Vergleich über ein starkes, handlungsfähiges und belastbares Gesundheitssystem verfügt“, meint Gesundheitsunternehmer Prof. Heinz Lohmann. „Gleichwohl werden auch Schwächen und Verbesserungsbedarfe deutlich. Gerade in einer Zeit, in der sich die Intensivstationen der Kliniken wieder mit COVID-19-Patienten füllen und das ohnehin schon knappe Pflegepersonal verstärkt ausfällt, gilt es die richtigen Lehren zu ziehen und nicht in alte Mechanismen zu verfallen.“ Steigende Patientenzahlen und hohe Krankenquoten bei den Beschäftigten – das sieht auch Dr. Reinhard Wichels, aktuell als eine der größten Herausforderungen an. „Betroffene Häuser haben kaum eine andere Wahl: Sie müssen elektive Fälle reduzieren – auch wenn es für Patienten und das Budget teilweise erhebliche Konsequenzen hat“, erläutert der Gründer und Geschäftsführer des Beratungsunternehmens WMC Healthcare GmbH.

WMC Healthcare GmbH
Dr. Reinhard Wichels,
Gründer und Geschäftsführer des Beratungsunternehmens WMC Healthcare GmbH

Die finanzielle Situation zahlreicher Häuser wird sich nach Einschätzung von Wichels daher wieder verschärfen. „Das Bundesministerium für Gesundheit plant zwar derzeit weitere finanzielle Hilfen – diese werden aber spätestens Ende März wieder auslaufen.“  Die Kliniken kämpften also bereits heute an mehreren Fronten: um die Gesundheit der COVID-Patienten und den Schutz des eigenen Personals, aber auch um die eigene wirtschaftliche Stabilität bzw. Zahlungsfähigkeit. „Die Pläne der Bundesregierung noch im Dezember mit den Impfungen von gefährdeten Personen und insbesondere des medizinischen Personals zu beginnen sind ein Schritt in die richtige Richtung“, findet Wichels.  Und auch die geplante Vereinheitlichung der Quarantänezeiten auf 10 Tage sei hilfreich.  Es müsse aber noch deutlich mehr geschehen, wenn man den Betrieb der Intensivkapazitäten mit ausreichend qualifiziertem medizinischen und pflegerischen Personal langfristig sicherstellen wolle. Lohmann mahnt an, dabei auch die kleineren  Häuser nicht zu vergessen: „Vor dem Hintergrund dieser erheblichen operativen Herausforderungen sollten auch diese Kliniken, die beim aktuellen Rettungsschirm nicht berücksichtigt wurden, nicht im Regen stehengelassen werden.“

„Zukunft nur mit Digitalisierung“ DKI/BDO-Studie: Deutsche Krankenhäuser schlecht aufgestellt

„Die Digitalisierung bietet vielfältige Möglichkeiten zur Optimierung der Arbeit der Gesundheitswirtschaft“, betont der Gesundheitsunternehmer Prof. Heinz Lohmann. Ganz besonders wichtig sei die Entwicklung Digitaler Workflows zur Behandlung der Patienten unter Einbezug von Künstlicher Intelligenz (KI) um eine Strukturierung der Prozesse zu ermöglichen. „Damit kann das bisherige ‚Improvisationstheater‘ durch das Konzept ‚Markenmedizin‘ abgelöst werden,“ so Lohmann. Die Digitalisierung stärke letztlich durch mehr Transparenz die Rolle der Patienten, die jetzt häufiger auch Konsumenten würden. Damit stütze die Digitalisierung einen allgemeinen Trend, der sich in anderen Wirtschaftsbereichen bereits erfolgreich durchgesetzt habe. Allerdings sei die Datensicherheit in der Gesundheitswirtschaft von besonderer Bedeutung.


Prof. Volker Nürnberg, Partner bei BDO und externes Mitglied des Innovationsausschusses des Gemeinsamen Bundesausschuss

„Ausgerechnet in den deutschen Kliniken gibt es dramatische Lücken in der Datensicherheit“, stellt Prof. Volker Nürnberg, Partner bei BDO und externes Mitglied des Innovationsausschusses des Gemeinsamen Bundesausschuss, fest. Eine Befragung des Deutschen Krankenhaus Instituts (DKI) in Zusammenarbeit mit der Beratungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO habe gezeigt, dass ein Krankenhaus durchschnittlich nur etwa acht Mitarbeiter in der IT beschäftigte. „Damit können sie kaum das operative Tagesgeschäft abdecken, geschweige denn eine vollumfängliche IT-Strategie entwickeln“, warnt Volker Nürnberg.  Beim Investitionsstau der Krankenhäuser hätten in den vergangenen Jahren vor allem die Krankenhausimmobilien im Vordergrund gestanden. Dabei bestehe bei der IT- Infrastruktur ein noch viel größerer Handlungsbedarf.  Der Experte sieht als Beschleuniger dieser Entwicklung neben dem technischen Fortschritt eine Vielzahl neuer gesetzlichen Bestimmungen und zuletzt auch die Covid-19-Pandemie.  Zudem muss nach Meinung von Prof. Nürnberg eine Auseinandersetzung mit neuen Themenfeldern wie Telemedizin, künstliche Intelligenz, Robotik und Big Data erfolgen, um auch zukünftig am Markt bestehen zu können. Prof. Nürnberg abschließend: „Der externe Beratungsbedarf im Hinblick auf die Digitalisierung ist somit immens. KI gestützte Therapien um somit eine präzise, präventive und personalisierte Medizin, sind die Zukunft.“ Ebenso müssten nicht medizinischen Prozesse wie das Human Resources-Management digitalisiert werden. „Und zur Überwachung der Personaluntergrenzen ist ein automatisierter Abgleich der Patientenbelegung mit der Personaleinsatzplanung gefordert,“ rät Nürnberg.

Deutscher CHANGE Award 2020 – Sana Kliniken gewinnen mit Home-Schooling-Konzept in der Pflege


„Die Entscheidung ist gefallen – und zwar anders, als ursprünglich geplant“, verkündet der Kongresspräsident Professor Heinz Lohmann. Eigentlich sei beabsichtigt gewesen, auf dem diesjährigen GESUNDHEITSWIRSCHAFTSKONGRESS in Hamburg wieder den Deutschen Change Award zu verleihen. „Sehr gern hätten wir den Preis wieder vor Ort auf dem Kongress verliehen“, so Heinz Lohmann weiter. Leider sei dies aber wegen der Absage des Kongresses auf Grund der Corona-Krise nicht möglich gewesen. Der Sieger stehe nun aber fest und gehe an das Projekt „Sana-Pflegeschulen: Vom Analog-Unterricht zum Home-Schooling“ der Sana Kliniken AG.

Der Award zeichnet innovative Veränderungsprojekte im Gesundheitswesen aus und wird jährlich verliehen. Die Sana Kliniken als Preisträger 2020 haben den Wandel vom analogen Unterricht zum Home-Schooling in einer Rekordgeschwindigkeit von drei Wochen vollzogen. Ein Zeitraum, der vor der Pandemie undenkbar gewesen ist. Denn der Abbau der klassischen Hierarchiestrukturen sowie der parallele Aufbau einer neuen Ablauf- und Aufbauorganisation in der Kürze der Zeit ist in der rund 40-jährigen Sana-Geschichte einmalig. Durch die Digitalisierung des Unterrichts können der geplante Unterricht und die Abschlussprüfungen in der regulär geplanten Zeit in diesem Jahr stattfinden.

Prof. Heinz Lohmann weiter: „Die Corona-Krise ist nicht die erste und wird auch nicht die letzte sein, die die Gesundheitswirtschaft meistern muss. Die Sana Kliniken AG haben jedoch mit dem ausgezeichneten Projekt die Zukunft ihrer Mitarbeiter in der Pflege ins Zentrum gestellt. Sie haben die Digitalisierung blitzschnell ausgerollt und damit die Ausbildung der Auszubildenden in einem geordneten Korridor zeitlich und inhaltlich abgesichert. Sehr beeindruckend“.

Gewinner des Deutschen CHANCE Award 2020: Thomas Lemke, Vorstandsvorsitzender Sana Kliniken AG

„Wer Krankenhäuser zukunftsfähig machen möchte, muss frühzeitig Kompetenzen aufbauen,“ sagt Thomas Lemke, Vorstandsvorsitzender der Sana Kliniken AG. „Hierzu zählt ohne Zweifel die Digitalisierung, wohl aber auch eine hohe Prozesskompetenz verbunden mit einer nachhaltigen Umsetzungs-Expertise. Wir freuen uns sehr über die Auszeichnung, auch weil sie allen Mitwirkenden vor Augen führt, was wir im Stande sind, gemeinsam zu leisten.“ Seit Ende April 2020 erhielten 1.600 Schüler der 18 Pflegeschulen der Sana Kliniken AG von 400 Lehrern Fernunterricht. Dafür würden 80 Klassenräume simuliert: Im Rahmen von Videokonferenzen, Materialbereitstellung, gemeinsamem Arbeiten an Dokumenten und dem Stellen sowie Korrigieren von Aufgaben werde der Lernstoff vermittelt. Damit sei Home-Schooling möglich geworden. Wir konnten die richtigen Werkzeuge besorgen und anwenden. Das reiche von der Kommunikationssoftware bis hin zu Cloud-Services, Sicherheitsaspekten und Fragen nach technischer Übertragungsbandbreite.

„Neben dem Gewinner wurden auch zwei weitere Projekte nominiert“, freut sich Heinz Lohmann. Die Waldkliniken Eisenberg mit dem Konzept „Interne Krisenkommunikation – Einführung einer Mitarbeiter-App zu Beginn der Corona-Pandemie“ sowie das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf mit dem Konzept „Implementierung eines Notfallstufenkonzepts und einer Pflegerischen Kompetenzmatrix für den kurzfristigen Aufbau von Intensivkapazitäten der Klinik für Intensivmedizin (KIM)“ hätten Projekte eingereicht, die sehr zukunftsweisend seien.

Wie steht es um Ihre Arbeitgeberattraktivität?

Arbeitgeberattraktivität bedarf einen ehrlichen Umgang mit der gelebten Situation im Unternehmen

Dr. Andrea Jahnen, Expertin für Organisationsentwicklung

Oder anders gefragt: Wie steht es um die Mitarbeiterzufriedenheit in Ihrem Unternehmen? Möchten auch Sie Mitarbeitende, die mitdenken und Verantwortung übernehmen, die Freude an dem haben, was sie tun?

Die Rekrutierung von Fach- und Führungskräften wird ebenso wie die Bindung der gegenwärtigen Beschäftigten zunehmend schwieriger. Standardmaßnahmen funktionieren nicht mehr. Um engagierte Fachkräfte für Ihr Unternehmen zu begeistern, erfordert es neue Denkweisen – oftmals auch einen Wandel der Unternehmenskultur. Denn mit der bestehenden Denkwelt wird man keine anderen Resultate erzielen als die vorhandenen. Hintergrund sind die sich verändernden Anforderungen an die Arbeitgeber. Die Generation Y (die zwischen 1980 und 1996 Geborenen, auch Millennials genannt) besitzen andere Werte und Motivationen als frühere Generationen. Sie stellen auch Unternehmen der Gesundheitswirtschaft vor neue Herausforderungen. Studien deuten darauf hin, dass Millennials ihre Arbeitsmotivation und ihre Entscheidung für ein Unternehmen an der ihnen über Kommunikation und Führungsverhalten entgegen gebrachte Wertschätzung, der gelebten Werteorientierung des Unternehmens und den ihnen gebotenen kontinuierlichen Entwicklungsmöglichkeiten abhängig machen.

Dr. Andrea Jahnen, Expertin für Organisationsentwicklung: „Es ist höchste Zeit, vorhandenes Führungsverständnis und gelebte Unternehmenskulturen an die Bedürfnisse und dem digitalen Selbstverständnis der Generation Y anzunähern.“ Im ersten Schritt heißt dies, den Mut zu haben, sich zu hinterfragen. Denn Arbeitgeberattraktivitätverlangt einen ehrlichen Umgang mit der gelebten Situation im Unternehmen:

  • Stimmen die in der Außendarstellung dargestellten Werte, Perspektiven und Versprechungen mit der realen Situation in Ihrem Unternehmen überein? Wo nicht und weshalb gibt es Brüche?
  • Wie wirkt sich die digitale Transformation auf Unternehmenskultur und Wertestruktur in Ihrem Unternehmen aus? Inwieweit können alle Beschäftigte in diese dynamisierte Arbeitswelt mitgenommen werden?
  • Bekommen Sie die MitarbeiterInnen, die Sie tatsächlich haben wollen und brauchen? Warum kommen BewerberInnen oder springen ab, mit welchen Motiven fangen neue MitarbeiterInnen an und warum kündigen sie?
Dr. Andrea Jahnen

Schnell kommen Sie an den Punkt, das Thema umfassender zu betrachten. Hier ist die Entwicklung einer Corporate Responsibility – Strategie hilfreich und wegweisend. Corporate Responsibility (CR) ist die Verantwortung des Unternehmens für seine umfassende gesellschaftliche Wirkung. In die Wirkungsbetrachtung des Unternehmens ist jedoch nicht nur der externe gesellschaftliche Nutzen miteinzubeziehen. Als relevante gesellschaftliche Interessensgruppe sind die Beschäftigten ebenso im Fokus der Strategie und den zu entwickelnden Maßnahmen.

Eine ganzheitliche CR-Strategie, die nach außen und innen wirkt, ist ein effektiver Schlüssel für die Arbeitgeberattraktivität. Sie erhöht das Bewerberinteresse, unterstützt die Identifikation mit dem Unternehmen und die Mitarbeiterzufriedenheit.

Was Sie dafür benötigen? Die Entwicklung einer CR-Strategie und ihre Umsetzung bedarf

  • den Willen zur Veränderung im Sinne der Zukunftsfähigkeit des Unternehmens
  • eines Ansatzes, der sich gezielt an den Bedürfnissen der jeweiligen Schlüsselstellen orientiert und entsprechende Maßnahmen davon ableitet
  • einen langen Atem und die Bereitschaft, die Beschäftigten von Beginn an in das Projekt, z.B. über Mitarbeiterbefragungen und Workshops einzubeziehen.
  • einen aufmerksamen Blick über den eingeschlagenen Weg, der Nachhaltigkeit des Tuns und eine neue Kultur des Zuhörens
  • einer dynamischen Kommunikationsstrategie, die mit der Unternehmenskultur sowie den Versprechen des Unternehmens übereinstimmt.

Begeistern Sie Interessenten und Beschäftigte dafür, eine gemeinsame wertorientierte Vision Realität werden zu lassen. Damit treffen Sie nicht nur die Vorstellungen der Generation Y, sondern mobilisieren auch langgediente Arbeitskräfte, sich transformativen Veränderungen zu stellen.

In unserer Wissensgesellschaft ist der Mensch das Vermögen, dessen Potenziale durch passende Führung oder Strukturen besser als bisher aktiviert und genutzt werden können. Dr. Andrea Jahnen, die Führungskräfte bei der Entwicklung von Arbeitgebermarken und CR-Strategien begleitet: „Nutzen Sie das Potenzial aller. Mitarbeitende, die sich an ihrem Arbeitsplatz wohlfühlen, werden zu Multiplikatoren und sagen es weiter – oftmals genau denjenigen, die Ihr Unternehmen gerade sucht.“

Ansprechpartnerin:

Dr. Andrea Jahnen

Strategie- und Managementberatung

Prozessbegleitung bei Zukunftsthemen

www.andreajahnen.de

„Ärztin mit Taktstock“

Dr. med. Barbara Hogan ist aktueller Gast des TV-Talks „Mensch Wirtschaft!“ auf Hamburg1

Welche Rolle spielt die ambulante Medizin in der Corona-Krise? Das ist eine der vielen Fragen, die der Moderator des TV-Talks „Mensch Wirtschaft!“, Prof. Heinz Lohmann, mit der Ärztin Dr. Barbara Hogan erörtert. Die Geschäftsführerin des „MVZ an der Elbe“ berichtet über ihren Karriereweg und welche Rolle ein Dirigentenstab in ihrem Leben spielt.

Menschen stehen im Mittelpunkt des TV-Talks „Mensch Wirtschaft!“. Monat für Monat seit nun schon fast 15 Jahren widmet sich der Gesundheitsunternehmer Prof. Heinz Lohmann als Gastgeber der Sendung Unternehmern, Managern und Eigentümern großer und kleiner Betriebe, die für unsere Wirtschaft Bedeutung haben. Es geht in den Gesprächen darum, was diese Menschen beruflich antreibt. Ist es wirklich nur das Geld? Wie sind sie zu dem geworden, was sie heute sind? Was sind ihre wichtigsten Ideen und Projekte? Und welche persönlichen Ziele haben sie sich für die Zukunft vorgenommen?

„Mensch Wirtschaft!“ wird auf Hamburg 1 am Dienstag, 06. Oktober 2020, um 21:15 Uhr ausgestrahlt und um 23.15 Uhr wiederholt. Der Talk kann auch zu den Sendezeiten per Livestream überall im Internet unter www.hamburg1.de empfangen und zu einem späteren Zeitpunkt in der Mediathek jederzeit aufgerufen werden.

Krankenhäuser nach Covid-19: Die Krise zur Modernisierung nutzen

Knapp die Hälfte der deutschen Krankenhäuser hat im Jahr vor der Corona-Pandemie Verluste eingefahren. Parwäz Rafiqpoor, Mitglied des BDO Vorstandes: „Die Zahl der insolvenzgefährdeten Kliniken hat sich in kurzer Zeit fast verdoppelt, die öffentliche Versorgung ist in manchen Regionen in Gefahr“. Wenn der Schutzschirm für Krankenhäuser nach 2021 wegfällt, darf nicht der Fehler begangen werden, wieder in alte Strukturen zurückzufallen. Vielmehr sollte die Krise genutzt werden, um sich zu modernisieren und folgende Themen zu beachten:

  1. Regulierung und gesellschaftliche Trends
  2. Digitalisierung
  3. Kosten, Qualitätsdruck und M&A

Parwäz Rafiqpoor

Regulierung und gesellschaftliche Trends

Unter Bundesgesundheitsminister Jens Spahn wurden so viele Gesetze wie noch nie auf den Weg gebracht, wodurch einige Einrichtungen überfordert sind. Im digitalen Bereich stehen digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA), elektronische Patientenakten (ePA) und elektronische Rezepte (E-Rezept) vor dem Markteintritt und das Fernbehandlungsverbot wurde aufgehoben. Die Qualität der medizinischen Leistung rückt zunehmend in den Fokus und auch wenn die Pflegepersonaluntergrenzen-Verordnung derzeit aufgrund des Covid-19 Virus ausgesetzt wurde, tritt diese nach der Pandemie (voraussichtlich ab dem 01. Januar 2021) wieder vollumfänglich in Kraft, was nicht in Vergessenheit geraten darf. Die Globalisierung lockt ausländische Investoren in den Gesundheitsmarkt, Personal und Patienten haben nicht selten einen Migrationshintergrund und weltweite Pandemien sind aufgrund der Globalisierung, auch nach Covid-19, ein ständiger Risikofaktor. Durch die niedrigen Geburtenraten der deutschen Bevölkerung setzt sich der demographische Wandel fort und führt zu einer alternden Bevölkerung, mit einer Zunahme von multimorbiden Patienten.

Digitalisierung

Die Digitalisierung wird durch den technischen Fortschritt, den Gesetzgeber und zuletzt auch durch den Beschleuniger Covid-19 angetrieben. Beim Investitionsstau der Krankenhäuser standen in den vergangenen Jahren vor allem die Krankenhausimmobilien im Vordergrund, allerdings ist mittlerweile bekannt, dass bei der IT- Infrastruktur ein noch viel größerer Handlungsbedarf besteht. So nehmen  Kliniken aus Kostengründen dramatische Lücken in der Datensicherheit in Kauf. Eine Befragung des DKI in Zusammenarbeit mit BDO ergab, dass ein Krankenhaus durchschnittlich nur etwa acht IT Mitarbeiter beschäftigt. Damit kann kaum das operative Tagesgeschäft abgedeckt werden, geschweige denn eine vollumfängliche IT Strategie entwickelt werden. Zudem muss eine Auseinandersetzung mit den neuen Themenfeldern Telemedizin, künstliche Intelligenz, Robotik und Big Data erfolgen, um auch zukünftig am Markt bestehen zu können. Der externe Beratungsbedarf im Hinblick auf die Digitalisierung ist somit immens. Prof. Volker Nürnberg, Partner bei BDO: „KI gestützte Therapien, d.h. eine präzise, präventive und personalisierte Medizin, sind die Zukunft“.

Kosten-, Qualitätsdruck und M&A

Schon seit Jahren stehen stationäre Einrichtungen unter dem Kosten- und Qualitätsdruck. Durch die Corona-Krise spitzt sich die Lage weiter zu, da die öffentliche Hand und das Sozialsystem finanzielle Einbrüche im Haushalt erleiden werden. Dies könnte eine zweite Privatisierungswelle anstoßen. Im letzten Jahrzehnt haben insbesondere trägereinheitliche Verkäufe und Fusionen stark zugenommen (die letzte große Übernahme von Rhön durch Asklepios wurde von BDO begleitet). Der Changeprozess einer Fusion oder Übernahme stellt eine gewaltige Aufgabe dar, die neben dem operativen Geschäft bewerkstelligt werden muss. Um den Changeprozess effizient zu begleiten, werden häufig externe Berater hinzugezogen. Denn etwa die Hälfte der Fusionen scheitern, da wirtschaftliche, strategische oder prozessorientierte Ziele nicht erreicht werden. Parwäz Rafiqpoor, der bereits viele Krankenhausverkäufe begleitet hat: „Es gibt eine Vielzahl an juristischen, ökonomischen und kulturellen Fehlerquellen bei einem Zusammenschluss zweier Häuser, diese könnten bei einer seriösen Vorbereitung und einem guten Projektmanagement vermieden werden.“

Ansprechpartner:

Parwäz Rafiqpoor, Mitglied des BDO Vorstandes

Prof. Volker Nürnberg, Partner BDO, Advisory Services Gesundheitswirtschaft, volker.nuernberg@bdo.de

www.bdo.de

Next Generation Managerinnen und Manager der Zukunft

Frische Ideen: Die ausgewählten Arbeiten der nächsten Generation

„Heute die Führungskräfte von morgen zu suchen und zu finden, ist für jede Branche von zentraler Bedeutung“, betont der Gesundheitsunternehmer und Präsident des GESUNDHEITSWIRTSCHAFTSKONGRESSES, Professor Heinz Lohmann. Deshalb steht seit einigen Jahren dieses Thema ganz oben auf der Agenda der Veranstaltung.

Prof. Dr. Kai Wehkamp, der Initiator von „Next Generation Managerinnen und Manager der Zukunft“ dazu: „Auch 2020 konnten sich erneut Absolventinnen und Absolventen von Studiengängen rund um die Gesundheitswirtschaft mit dem Abstract ihrer Abschlussarbeiten und Dissertationen bewerben. Alle eingesendeten Arbeiten waren sehr spannend und wir haben uns mit der Auswahl nicht leicht getan! Die vier besten Einreichungen wurden von der Jury ( Marie le Claire, Jasmin Hennrich, Dr. Axel Kaiser, MBA, Prof. Heinz Lohmann und Prof. Dr. Kai Wehkamp, MPH) der Session ‚Next Generation – Managerinnen und Manager der Zukunft‘ für den GESUNDHEITSWIRTSCHAFTSKONGRESS 2020 ausgewählt – leider dieses Jahr wegen der pandemiebedingten Ausfalles unserer Veranstaltung nicht live, dafür aber mit detailliertem Abstract und Informationen zu den Absolventen online:
www.gesundheitswirtschaftskongress.de/nextgeneration-2020

Die vier ausgewählten Arbeiten:

Franziska Berghoff
Effektive und nachhaltige Führung in der Pflege – Erstellung eines Führungskonzeptes anhand erfolgreich geführter Teams (Good-Practice-Beispiele) an der Universitätsmedizin Göttingen mithilfe eines Kennzahlenportfolios (Abstract)

Judith Mollenhauer
Barrieren und Förderfaktoren in der Implementierungsphase des komplexen, innovativen psychoonkologischen Versorgungsprogramms ‚isPO‘ – eine qualitative Analyse (Abstract)

Timo Neunaber
Digitalisierung zwischen Pfadabhängigkeit und Pfadkreation: Eine empirische Analyse über die strategische IT-Performance komplexer Gesundheitseinrichtungen unter Berücksichtigung des erweiterten Top-Management-Teams (Abstract)

Dr. Florian Kaiser
Managementqualifikationen im Krankenhaus – Eine kompetenzorientierte Untersuchung über den Einfluss von Aus- und Weiterbildung im Top-Management auf den Unternehmenserfolg (Abstract)

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen und möchten Sie ermuntern bei Fragen zu den Arbeiten mit den Referenten im digitalen Netzwerk Kontakt aufzunehmen (hier finden Sie auch die Kontaktdaten) – und im nächsten Jahr dann wieder mit allen persönlich beim 16. GESUNDHEITSWIRTSCHAFTSKONGRESS am 21. und 22. September 2021 in Hamburg.

Wir wünschen den Absolventen einen erfolgreichen weiteren Weg und bedanken uns für die spannenden Themen!“ ­
­ ­ ­
Informationen zum 16. GESUNDHEITSWIRTSCHAFTSKONGRESS am 21. und 22. September 2021 in Hamburg immer aktuell unter: www.gesundheitswirtschaftskongress.de.

Branchentreffen um ein Jahr verschoben

Der 12. ÖSTERREICHISCHE GESUNDHEITSWIRTSCHAFTSKONGRESS findet 2021 in Wien statt

„Schweren Herzens müssen wir wegen der Corona-Krise den diesjährigen ÖSTERREICHISCHEN GESUNDHEITSWIRTSCHAFTSKONGRESS, der für den 7. Oktober in Wien geplant war, ins nächste Jahr zu verschieben“, bedauert der Kongresspräsident Professor Heinz Lohmann. Die Auflagen machten es leider unmöglich, selbst eine Veranstaltung mit erheblich reduzierter Teilnehmerzahl durchzuführen. Das sei sehr schade, weil es gerade jetzt so wichtig gewesen wäre, wenn die führenden Vertreter der Branche die aktuellen Herausforderungen hätten analysieren und diskutieren können.

„Wir freuen uns sehr, gemeinsam mit den Sponsoren, Partnern und Ausstellern schon heute den 12. GESUNDHEITSWIRTSCHAFTSKONGRESS 2021 in Wien ankündigen zu können“, sagt Ines Kehrein, die Geschäftsführerin der den Kongress veranstaltenden agentur gesundheitswirtschaft gmbh.

Aktuelle Informationen zum Kongress unter: www.oegwk.at

Finanzinvestoren im Gesundheitswesen: „Gewinne sind absolut notwendig“

Interview mit Prof. Heinz Lohmann im „landesrundschreiben“ – Mitteilungsblatt der Kassenärztlichen Vereinigung Bremen

„Geld von Ärzten ist nicht moralischer als Geld von Nichtärzten“

In einem solidarisch finanzierten Gesundheitssystem ist unwirtschaftliche Betriebsführung geradezu unethisch, findet Prof. Heinz Lohmann, Mitbegründer der Initiative Gesundheitswirtschaft in Hamburg. Im Interview erklärt er, warum aus seiner Sicht auch in Bremen privates Kapital zwingend erforderlich ist.

Read more →