Krankenhausfinanzierung modern: von DRGs zu PRGs – Patient als Beteiligter am Behandlungsprozess

Forderungen, die leistungsbezogene Finanzierung und mit ihr das DRG-System müsse der Wiedereinführung des Selbstkostendeckungsprinzips weichen, werden immer lauter. Doch auf überkommene Strukturen zu setzen hält Gesundheitsunternehmer Prof. Heinz Lohmann für den falschen Weg. Denn mehr und mehr tritt der Patient aktiv mit auf die Bühne. Er hat als Akteur in der Vergangenheit keine Rolle gespielt und deshalb mussten seine Interessen immer wieder hinter denen der Professionellen im System zurückstehen. Für Patienten ist die medizinische Qualität und die durchgängige Betreuung aber von besonderer Bedeutung – das meint auch Dr. Olaf Bornemeier, Vorstandsvorsitzender der Mühlenkreiskliniken. Ein Finanzierungssystem, das den Ansprüchen der Zukunft genügen soll, solle vielmehr die Erfüllung der Patientenerwartungen als wichtigen Einflussfaktor beinhalten.

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„Krisenmodus ist kein Dauerzustand“

Die Zukunft gehört der Sozialen Gesundheitswirtschaft

„Der augenblickliche Krisenmodus darf kein Dauerzustand werden“, bekräftigt der Ehrenvorsitzende der Initiative Gesundheitswirtschaft, Professor Heinz Lohmann, in seinem Ausblick auf das Jahr 2021. Insbesondere dürften die Erwartungen an den Staat, alles zu lenken und zu finanzieren, nicht zu seiner Überforderung führen. Wichtig sei vielmehr, die unternehmerische Dynamik jedes einzelnen zu fördern. Auch den Verantwortlichen der Gesundheitswirtschaft wachse hierbei eine große Aufgabe zu. Lohmann deutlich: „Nicht jammern und Resignation angesichts großer Herausforderungen sind gefragt, sondern Mut und Zuversicht in Richtung künftiger Modernität. Allen Menschen eine innovative Medizin auch in Zukunft verfügbar zu machen und gleichzeitig die Qualität der Leistung zu garantieren, ist dabei ein hohes ethisches Ziel.“


Ehrenvorsitzender der Initiative Gesundheitswirtschaft: Professor Heinz Lohmann

Die Coronakrise habe, so Prof. Lohmann, gezeigt, dass Deutschland im internationalen Vergleich über ein starkes, handlungsfähiges und belastbares Gesundheitssystem verfüge. Gleichwohl seien auch Schwächen und Verbesserungsbedarfe deutlich geworden. Deshalb gelte es, die richtigen Lehren zu ziehen und nicht in alte Mechanismen zu verfallen. „Jetzt ist der geeignete Moment, moderne, insbesondere digitale Strukturen zu schaffen, Prozesse nachhaltig am Patienten auszurichten und die Unternehmenskultur zu stärken“, betont Prof. Heinz Lohmann. Die Akteure müssten sich darüber klar sein, dass der Staat nicht ewig aushelfen könne. „Wichtig sind künftig zielgerichtete und entscheidende Schritte zur Schaffung einer patientenorientierten Wettbewerbsordnung in der Gesundheitswirtschaft“, so Lohmann abschließend. Es gehe darum, einer bedeutenden Zukunftsbranche und dem Motor künftigen Wachstums einen Rahmen zu schaffen, der die Kreativität der Akteure im Interesse der Patienten herausfordere.

Extreme erfordern Teamplay – Wie Krankenhäuser gestärkt aus der Corona-Krise gehen können

Die Corona-Krise hat das deutsche Gesundheitswesen hart getroffen und alle Akteure enorm gefordert. „Für Krankenhäuser und Kliniken ist diese Ausnahmesituation zweifellos ein einschneidender Wendepunkt, der in vielen Bereichen die Notwendigkeit eines Umdenkens und Perspektivwechsels aufzeigt“, meint Prof. Heinz Lohmann.


Peter Jeurissen, Hauptbevollmächtigter der deutschen Niederlassung des Risikoversicherers Sham

So wenig diese Situation auch vorhersehbar war: Ein aktives und präventives Risikomanagement ist entscheidend, um Krankenhäuser mit zukunftsfähigen Konzepten auf alle Eventualitäten vorzubereiten. „Als Krankenhaushaftpflichtversicherer steht Sham seit jeher für die Verknüpfung eines vorbeugenden Risikomanagements mit einem nachhaltigen Versicherungsschutz“, erklärt Peter Jeurissen, Hauptbevollmächtigter der deutschen Niederlassung des Risikoversicherers Sham. „Dabei stehen bei uns als genossenschaftlich organisiertem Versicherungsverein stets partnerschaftliche Lösungen im Vordergrund. Denn auch das sollte diese Krise mit Nachdruck gezeigt haben: Die Problemfelder moderner Kliniken können angesichts ihrer steigenden Komplexität und Interdependenz nur durch ein kooperatives Vorgehen aller Beteiligten effektiv bearbeitet werden.“

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Corona-Krise – Textile Mehrwegsysteme statt Reservelager

Damit künftig keine Engpässe bei Schutzausrüstung, Medikamenten oder medizinischen Geräten entstehen, baut der Bund 19 Lager mit wichtigem Material auf. Die Reserve soll im Kern aus Schutzausrüstung, Schutzmasken, Beatmungsgeräten und Medikamenten bestehen. „Reservelager sind dann erforderlich, wenn Quellen für die benötigten Produkte vom Ort des Bedarfs weit entfernt sind“, meint Stephan Richtzenhain, Geschäftsführer der Simeonsbetriebe in Minden (Sitex-Gruppe). „Wir sollten vielmehr globale Lieferketten soweit möglich mit regionalen Strukturen unterfüttern und dadurch unabhängig werden. Und diese regionalen Strukturen existieren bereits: Wäschereien als textile Vollversorger etwa bieten für viele Schutzartikel Mehrweg-Alternativen – und zwar regional, mitten in Deutschland. So können Pandemiereserven mit wesentlich weniger Aufwand aufgebaut werden.“ Der Gesundheitsunternehmer Heinz Lohmann gibt zudem den hohen Administrativen Aufwand solcher Lager zu bedenken. „Der Verwaltungsaufwand der 19 Lager wird enorm sein. Sie müssen nicht nur den Bestand, sondern auch Haltbarkeit und den technischen Stand fortwährend überprüfen.“


Stephan Richtzenhain, Geschäftsführer der Simeonsbetriebe in Minden (Sitex-Gruppe)

Textile Kreislaufsysteme führen die Pandemie-Reserve integriert im Umlaufbestand. Typische Artikel dafür wären OP-Mäntel, OP-Abdeckungen und Schutzkittel für Intensivstationen. „2.000.000 Einweg-Kittel benötigen Rohstoffe und Lagerkapazitäten auf Zeit. Ein Mehrweg-Kreislauf benötigt nur 20.000 und das System zur 100-maligen Aufbereitung,“ so Richtzenhain.

Neben der regionalen Versorgungssicherheit steigert das Umdenken auf Mehrweg die Nachhaltigkeit und die Effizienz der Rohstoffe für die Textilien. So sind OP-Mäntel und andere textile Schutzkleidung ohne Qualitätsverlust bis zu 100-mal waschbar und also hygienisch rein für den Gebrauch im medizinischen, sterilen Bereich. „Ein Produkt, das wieder verwertbar sein kann, wie Schutzkleidung, muss nicht für eine einmalige Verwendung über 10.000 Seemeilen herangeschifft werden und in riesigen Lägern alt werden. Ich bin der Überzeugung, dass unsere Branche hier viel bewirken kann“, fasst Richtzenhain zusammen. „Und neben dem Gedanken von Mehrwegsystemen brauchen wir digitale Lösungen, um Versorgungsausgleiche zwischen den Regionen sicherzustellen“, schließt Lohmann.

ÖSTERREICHISCHER GESUNDHEITSWIRTSCHAFTSKONGRESS

Weiter erfolgreich in die Zukunft

„Der ÖSTERREICHISCHE GESUNDHEITSWIRTSCHAFTSKONGRESS hat sich in den letzten 12 Jahren zu dem zentralen Branchentreffen für die Verantwortlichen der Gesundheitsanbieter, der Unternehmen der Gesundheitsindustrie, den Servicedienstleistern, den Einrichtungen der Forschung und Lehre und der Versicherungen entwickelt“, stellte der Gesundheitsunternehmer Professor Heinz Lohmann fest. Er freue sich sehr, so der Gründer und langjährige Kongresspräsident, jetzt mit dem Springer Verlag in Wien einen starken Partner gewonnen zu haben, der den Kongress in die weiter erfolgreiche Zukunft führen werde. Das Gesundheitssystem sei im Umbruch. Durch die Corona-Krise habe diese Entwicklung noch zusätzliche Dynamik erfahren. Da sei es gut, dass es für die hochrangigen Vertreter der Sparte auch in Zukunft eine attraktive Plattform des Austausches gebe.


Prof. Heinz Lohmann, Gründer und langjähriger Kongresspräsident OEGWK mit Ines Kehrein, Geschäftsführerin des bisherigen Kongressveranstalters, der agentur gesundheitswirtschaft

Die Geschäftsführerin des bisherigen Kongressveranstalters, der agentur gesundheitswirtschaft in Wien, dankte allen Mitwirkenden an den Treffen der vergangenen Jahre, insbesondere den Referentinnen und Referenten, den Moderatorinnen und Moderatoren, den Teilnehmerinnen und Teilnehmern sowie den Sponsoren und Kooperationspartnern. Ines Kehrein wörtlich: „Uns hat die langjährige Zusammenarbeit mit allen Beteiligten, bei der Etablierung des ÖSTERREICHISCHEN GESUNDHEITSWIRTSCHAFTSKONGRESSES sehr viel Freude bereitet und Spaß gemacht. Besonders gilt dies auch für Pia Dragon und Susanne Kroupa, die zum Gelingen der Veranstaltung von Anfang an beigetragen haben.“

Healthcare out-of-the-box – Erster Podcast der neuen Serie mit Prof. Heinz Lohmann

Mal visionär, mal ganz persönlich, mal zurückblickend: Prof. Lohmann im neuen Podcast „Healthcare out-of-the-box – Podcast für Entrepreneurship und Innovation im Gesundheitswesen“ von Tobias Krick. 60 Minuten „Wissen Gesundheitswirtschaft“ kompakt!


Healthcare out-of-the-box – erster Gast des neuen Podcasts von Tobias Krick: Prof. Heinz Lohmann

Der neue Podcast richtet sich an alle Innovatorinnen und Innovatoren aus dem Gesundheitswesen. Mit seinen Gästen taucht Tobias Krick in innovative Erfolgsgeschichten und unternehmerische Reisen aus dem Healthcare Bereich ein. Der Podcast dient als Chance zum Perspektivwechsel und soll all diejenigen, die sich intensiv und realitätsnah mit dem Thema Innovation im Gesundheitswesen auseinandersetzen wollen, dabei unterstützen. Jede Folge ist dafür gedacht zu motivieren mit eigene Ideen das Gesundheitswesen ein Stück weit innovativer zu machen. Dafür gibt es sowohl konkrete Tipps als auch die Möglichkeit den Weg anderer Entrepreneurinnen und Entrepreneure im Gesundheitswesen etwas genauer zu verstehen.

COVID-19  Planungssicherheit für Kliniken gefordert

„Die Corona-Krise zeigt zwar auf der einen Seite, dass Deutschland im internationalen Vergleich über ein starkes, handlungsfähiges und belastbares Gesundheitssystem verfügt“, meint Gesundheitsunternehmer Prof. Heinz Lohmann. „Gleichwohl werden auch Schwächen und Verbesserungsbedarfe deutlich. Gerade in einer Zeit, in der sich die Intensivstationen der Kliniken wieder mit COVID-19-Patienten füllen und das ohnehin schon knappe Pflegepersonal verstärkt ausfällt, gilt es die richtigen Lehren zu ziehen und nicht in alte Mechanismen zu verfallen.“ Steigende Patientenzahlen und hohe Krankenquoten bei den Beschäftigten – das sieht auch Dr. Reinhard Wichels, aktuell als eine der größten Herausforderungen an. „Betroffene Häuser haben kaum eine andere Wahl: Sie müssen elektive Fälle reduzieren – auch wenn es für Patienten und das Budget teilweise erhebliche Konsequenzen hat“, erläutert der Gründer und Geschäftsführer des Beratungsunternehmens WMC Healthcare GmbH.

WMC Healthcare GmbH
Dr. Reinhard Wichels,
Gründer und Geschäftsführer des Beratungsunternehmens WMC Healthcare GmbH

Die finanzielle Situation zahlreicher Häuser wird sich nach Einschätzung von Wichels daher wieder verschärfen. „Das Bundesministerium für Gesundheit plant zwar derzeit weitere finanzielle Hilfen – diese werden aber spätestens Ende März wieder auslaufen.“  Die Kliniken kämpften also bereits heute an mehreren Fronten: um die Gesundheit der COVID-Patienten und den Schutz des eigenen Personals, aber auch um die eigene wirtschaftliche Stabilität bzw. Zahlungsfähigkeit. „Die Pläne der Bundesregierung noch im Dezember mit den Impfungen von gefährdeten Personen und insbesondere des medizinischen Personals zu beginnen sind ein Schritt in die richtige Richtung“, findet Wichels.  Und auch die geplante Vereinheitlichung der Quarantänezeiten auf 10 Tage sei hilfreich.  Es müsse aber noch deutlich mehr geschehen, wenn man den Betrieb der Intensivkapazitäten mit ausreichend qualifiziertem medizinischen und pflegerischen Personal langfristig sicherstellen wolle. Lohmann mahnt an, dabei auch die kleineren  Häuser nicht zu vergessen: „Vor dem Hintergrund dieser erheblichen operativen Herausforderungen sollten auch diese Kliniken, die beim aktuellen Rettungsschirm nicht berücksichtigt wurden, nicht im Regen stehengelassen werden.“

„Zukunft nur mit Digitalisierung“ DKI/BDO-Studie: Deutsche Krankenhäuser schlecht aufgestellt

„Die Digitalisierung bietet vielfältige Möglichkeiten zur Optimierung der Arbeit der Gesundheitswirtschaft“, betont der Gesundheitsunternehmer Prof. Heinz Lohmann. Ganz besonders wichtig sei die Entwicklung Digitaler Workflows zur Behandlung der Patienten unter Einbezug von Künstlicher Intelligenz (KI) um eine Strukturierung der Prozesse zu ermöglichen. „Damit kann das bisherige ‚Improvisationstheater‘ durch das Konzept ‚Markenmedizin‘ abgelöst werden,“ so Lohmann. Die Digitalisierung stärke letztlich durch mehr Transparenz die Rolle der Patienten, die jetzt häufiger auch Konsumenten würden. Damit stütze die Digitalisierung einen allgemeinen Trend, der sich in anderen Wirtschaftsbereichen bereits erfolgreich durchgesetzt habe. Allerdings sei die Datensicherheit in der Gesundheitswirtschaft von besonderer Bedeutung.


Prof. Volker Nürnberg, Partner bei BDO und externes Mitglied des Innovationsausschusses des Gemeinsamen Bundesausschuss

„Ausgerechnet in den deutschen Kliniken gibt es dramatische Lücken in der Datensicherheit“, stellt Prof. Volker Nürnberg, Partner bei BDO und externes Mitglied des Innovationsausschusses des Gemeinsamen Bundesausschuss, fest. Eine Befragung des Deutschen Krankenhaus Instituts (DKI) in Zusammenarbeit mit der Beratungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO habe gezeigt, dass ein Krankenhaus durchschnittlich nur etwa acht Mitarbeiter in der IT beschäftigte. „Damit können sie kaum das operative Tagesgeschäft abdecken, geschweige denn eine vollumfängliche IT-Strategie entwickeln“, warnt Volker Nürnberg.  Beim Investitionsstau der Krankenhäuser hätten in den vergangenen Jahren vor allem die Krankenhausimmobilien im Vordergrund gestanden. Dabei bestehe bei der IT- Infrastruktur ein noch viel größerer Handlungsbedarf.  Der Experte sieht als Beschleuniger dieser Entwicklung neben dem technischen Fortschritt eine Vielzahl neuer gesetzlichen Bestimmungen und zuletzt auch die Covid-19-Pandemie.  Zudem muss nach Meinung von Prof. Nürnberg eine Auseinandersetzung mit neuen Themenfeldern wie Telemedizin, künstliche Intelligenz, Robotik und Big Data erfolgen, um auch zukünftig am Markt bestehen zu können. Prof. Nürnberg abschließend: „Der externe Beratungsbedarf im Hinblick auf die Digitalisierung ist somit immens. KI gestützte Therapien um somit eine präzise, präventive und personalisierte Medizin, sind die Zukunft.“ Ebenso müssten nicht medizinischen Prozesse wie das Human Resources-Management digitalisiert werden. „Und zur Überwachung der Personaluntergrenzen ist ein automatisierter Abgleich der Patientenbelegung mit der Personaleinsatzplanung gefordert,“ rät Nürnberg.

Deutscher CHANGE Award 2020 – Sana Kliniken gewinnen mit Home-Schooling-Konzept in der Pflege


„Die Entscheidung ist gefallen – und zwar anders, als ursprünglich geplant“, verkündet der Kongresspräsident Professor Heinz Lohmann. Eigentlich sei beabsichtigt gewesen, auf dem diesjährigen GESUNDHEITSWIRSCHAFTSKONGRESS in Hamburg wieder den Deutschen Change Award zu verleihen. „Sehr gern hätten wir den Preis wieder vor Ort auf dem Kongress verliehen“, so Heinz Lohmann weiter. Leider sei dies aber wegen der Absage des Kongresses auf Grund der Corona-Krise nicht möglich gewesen. Der Sieger stehe nun aber fest und gehe an das Projekt „Sana-Pflegeschulen: Vom Analog-Unterricht zum Home-Schooling“ der Sana Kliniken AG.

Der Award zeichnet innovative Veränderungsprojekte im Gesundheitswesen aus und wird jährlich verliehen. Die Sana Kliniken als Preisträger 2020 haben den Wandel vom analogen Unterricht zum Home-Schooling in einer Rekordgeschwindigkeit von drei Wochen vollzogen. Ein Zeitraum, der vor der Pandemie undenkbar gewesen ist. Denn der Abbau der klassischen Hierarchiestrukturen sowie der parallele Aufbau einer neuen Ablauf- und Aufbauorganisation in der Kürze der Zeit ist in der rund 40-jährigen Sana-Geschichte einmalig. Durch die Digitalisierung des Unterrichts können der geplante Unterricht und die Abschlussprüfungen in der regulär geplanten Zeit in diesem Jahr stattfinden.

Prof. Heinz Lohmann weiter: „Die Corona-Krise ist nicht die erste und wird auch nicht die letzte sein, die die Gesundheitswirtschaft meistern muss. Die Sana Kliniken AG haben jedoch mit dem ausgezeichneten Projekt die Zukunft ihrer Mitarbeiter in der Pflege ins Zentrum gestellt. Sie haben die Digitalisierung blitzschnell ausgerollt und damit die Ausbildung der Auszubildenden in einem geordneten Korridor zeitlich und inhaltlich abgesichert. Sehr beeindruckend“.

Gewinner des Deutschen CHANCE Award 2020: Thomas Lemke, Vorstandsvorsitzender Sana Kliniken AG

„Wer Krankenhäuser zukunftsfähig machen möchte, muss frühzeitig Kompetenzen aufbauen,“ sagt Thomas Lemke, Vorstandsvorsitzender der Sana Kliniken AG. „Hierzu zählt ohne Zweifel die Digitalisierung, wohl aber auch eine hohe Prozesskompetenz verbunden mit einer nachhaltigen Umsetzungs-Expertise. Wir freuen uns sehr über die Auszeichnung, auch weil sie allen Mitwirkenden vor Augen führt, was wir im Stande sind, gemeinsam zu leisten.“ Seit Ende April 2020 erhielten 1.600 Schüler der 18 Pflegeschulen der Sana Kliniken AG von 400 Lehrern Fernunterricht. Dafür würden 80 Klassenräume simuliert: Im Rahmen von Videokonferenzen, Materialbereitstellung, gemeinsamem Arbeiten an Dokumenten und dem Stellen sowie Korrigieren von Aufgaben werde der Lernstoff vermittelt. Damit sei Home-Schooling möglich geworden. Wir konnten die richtigen Werkzeuge besorgen und anwenden. Das reiche von der Kommunikationssoftware bis hin zu Cloud-Services, Sicherheitsaspekten und Fragen nach technischer Übertragungsbandbreite.

„Neben dem Gewinner wurden auch zwei weitere Projekte nominiert“, freut sich Heinz Lohmann. Die Waldkliniken Eisenberg mit dem Konzept „Interne Krisenkommunikation – Einführung einer Mitarbeiter-App zu Beginn der Corona-Pandemie“ sowie das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf mit dem Konzept „Implementierung eines Notfallstufenkonzepts und einer Pflegerischen Kompetenzmatrix für den kurzfristigen Aufbau von Intensivkapazitäten der Klinik für Intensivmedizin (KIM)“ hätten Projekte eingereicht, die sehr zukunftsweisend seien.

Wie steht es um Ihre Arbeitgeberattraktivität?

Arbeitgeberattraktivität bedarf einen ehrlichen Umgang mit der gelebten Situation im Unternehmen

Dr. Andrea Jahnen, Expertin für Organisationsentwicklung

Oder anders gefragt: Wie steht es um die Mitarbeiterzufriedenheit in Ihrem Unternehmen? Möchten auch Sie Mitarbeitende, die mitdenken und Verantwortung übernehmen, die Freude an dem haben, was sie tun?

Die Rekrutierung von Fach- und Führungskräften wird ebenso wie die Bindung der gegenwärtigen Beschäftigten zunehmend schwieriger. Standardmaßnahmen funktionieren nicht mehr. Um engagierte Fachkräfte für Ihr Unternehmen zu begeistern, erfordert es neue Denkweisen – oftmals auch einen Wandel der Unternehmenskultur. Denn mit der bestehenden Denkwelt wird man keine anderen Resultate erzielen als die vorhandenen. Hintergrund sind die sich verändernden Anforderungen an die Arbeitgeber. Die Generation Y (die zwischen 1980 und 1996 Geborenen, auch Millennials genannt) besitzen andere Werte und Motivationen als frühere Generationen. Sie stellen auch Unternehmen der Gesundheitswirtschaft vor neue Herausforderungen. Studien deuten darauf hin, dass Millennials ihre Arbeitsmotivation und ihre Entscheidung für ein Unternehmen an der ihnen über Kommunikation und Führungsverhalten entgegen gebrachte Wertschätzung, der gelebten Werteorientierung des Unternehmens und den ihnen gebotenen kontinuierlichen Entwicklungsmöglichkeiten abhängig machen.

Dr. Andrea Jahnen, Expertin für Organisationsentwicklung: „Es ist höchste Zeit, vorhandenes Führungsverständnis und gelebte Unternehmenskulturen an die Bedürfnisse und dem digitalen Selbstverständnis der Generation Y anzunähern.“ Im ersten Schritt heißt dies, den Mut zu haben, sich zu hinterfragen. Denn Arbeitgeberattraktivitätverlangt einen ehrlichen Umgang mit der gelebten Situation im Unternehmen:

  • Stimmen die in der Außendarstellung dargestellten Werte, Perspektiven und Versprechungen mit der realen Situation in Ihrem Unternehmen überein? Wo nicht und weshalb gibt es Brüche?
  • Wie wirkt sich die digitale Transformation auf Unternehmenskultur und Wertestruktur in Ihrem Unternehmen aus? Inwieweit können alle Beschäftigte in diese dynamisierte Arbeitswelt mitgenommen werden?
  • Bekommen Sie die MitarbeiterInnen, die Sie tatsächlich haben wollen und brauchen? Warum kommen BewerberInnen oder springen ab, mit welchen Motiven fangen neue MitarbeiterInnen an und warum kündigen sie?
Dr. Andrea Jahnen

Schnell kommen Sie an den Punkt, das Thema umfassender zu betrachten. Hier ist die Entwicklung einer Corporate Responsibility – Strategie hilfreich und wegweisend. Corporate Responsibility (CR) ist die Verantwortung des Unternehmens für seine umfassende gesellschaftliche Wirkung. In die Wirkungsbetrachtung des Unternehmens ist jedoch nicht nur der externe gesellschaftliche Nutzen miteinzubeziehen. Als relevante gesellschaftliche Interessensgruppe sind die Beschäftigten ebenso im Fokus der Strategie und den zu entwickelnden Maßnahmen.

Eine ganzheitliche CR-Strategie, die nach außen und innen wirkt, ist ein effektiver Schlüssel für die Arbeitgeberattraktivität. Sie erhöht das Bewerberinteresse, unterstützt die Identifikation mit dem Unternehmen und die Mitarbeiterzufriedenheit.

Was Sie dafür benötigen? Die Entwicklung einer CR-Strategie und ihre Umsetzung bedarf

  • den Willen zur Veränderung im Sinne der Zukunftsfähigkeit des Unternehmens
  • eines Ansatzes, der sich gezielt an den Bedürfnissen der jeweiligen Schlüsselstellen orientiert und entsprechende Maßnahmen davon ableitet
  • einen langen Atem und die Bereitschaft, die Beschäftigten von Beginn an in das Projekt, z.B. über Mitarbeiterbefragungen und Workshops einzubeziehen.
  • einen aufmerksamen Blick über den eingeschlagenen Weg, der Nachhaltigkeit des Tuns und eine neue Kultur des Zuhörens
  • einer dynamischen Kommunikationsstrategie, die mit der Unternehmenskultur sowie den Versprechen des Unternehmens übereinstimmt.

Begeistern Sie Interessenten und Beschäftigte dafür, eine gemeinsame wertorientierte Vision Realität werden zu lassen. Damit treffen Sie nicht nur die Vorstellungen der Generation Y, sondern mobilisieren auch langgediente Arbeitskräfte, sich transformativen Veränderungen zu stellen.

In unserer Wissensgesellschaft ist der Mensch das Vermögen, dessen Potenziale durch passende Führung oder Strukturen besser als bisher aktiviert und genutzt werden können. Dr. Andrea Jahnen, die Führungskräfte bei der Entwicklung von Arbeitgebermarken und CR-Strategien begleitet: „Nutzen Sie das Potenzial aller. Mitarbeitende, die sich an ihrem Arbeitsplatz wohlfühlen, werden zu Multiplikatoren und sagen es weiter – oftmals genau denjenigen, die Ihr Unternehmen gerade sucht.“

Ansprechpartnerin:

Dr. Andrea Jahnen

Strategie- und Managementberatung

Prozessbegleitung bei Zukunftsthemen

www.andreajahnen.de