Behandlungs- und Pflegeprozesse im „papierlosen Krankenhaus“

Die Rolle des Pflegedienstes im Behandlungs- und Pflegeprozess des „papierlosen Krankenhauses“

Joachim Prölß widmet diese Frage ein Kapitel in dem Buch Markenmedizin für informierte Patienten: Strukturierte Behandlungsabläufe auf digitalem Workflow. Er beschreibt darin die Rolle der Pflegekräfte und die Prozesse, in deren Mittelpunkt immer der Patient steht. Natürlich lässt sich diese „patienten- und prozessorientierte Betrachtung auch auf alle Bereiche der Krankenhausbehandlung ausweiten. Der Pflege- und Funktionsdienst in den verschiedenen Bereichen erhält hier zahlreiche Steuerungsaufgaben.“ Die wichtigsten:

Betten- und Belegungssteuerung
  • Zentrale Steuerung der Ressource Bett
  • Patient erhält verlässliche Termine; Berücksichtigung individueller Patientenwünsche
  • Optimale Vorbereitung des stationären Aufenthaltes
  • Optimierung der Verweildauer, etc.
Stationsorganisation (Allgemein- und Intensivstationen)
  • Patienteninformationen werden systematisch erfasst
  • Stationsabläufe sind beschrieben
  • Patient hat feste Ansprechpartner
  • Angehörige werden umfassend mit einbezogen
  • Kommunikation zwischen allen Beteiligten erfolgt einheitlich und nach bekannten Regeln
  • Visiten sind patientenorientiert geregelt, etc.
Organisation der Diagnostik
  • Terminmanagement vorhanden
  • Diagnostikressourcen sind optimiert
  • Zentrale Transportorganisation ohne unnötige Wartezeiten, etc.
Entlassungsmanagement
  • Entlassungen sind rechtzeitig geplant
  • Patient ist gut vorbereitet
  • gute Kommunikation mit nachfolgenden Betreuungseinrichtungen
  • Angehörige werden informiert und einbezogen

Digitaler Workflow

Es wird deutlich, dass eine umfassend elektronische Unterstützung der Patientenbehandlung heute weniger ein Wettbewerbsvorteil ist, „sondern eine Grundvoraussetzung für eine patientenorientierte und sichere Versorgung. Herzstück des elektronischen Workflows ist die digitale Patientenakte, die vielmehr integraler Bestandteil eines klinischen Arbeitsplatzsystems sein muss.“ Prölß nennt die folgenden, wichtigen Bestandteile einer Krankenhaus-Digitalisierung (u.a.):

Notfallmanagement
  • sog. Tracking der Notfallpatienten mit allen relevanten Informationen (Triage, Diagnostik, Behandlung, etc.)
Betten- und Belegungssteuerung
  • Darstellung der vorhandenen Bettenkapazitäten
  • Krankenhausweite Ressourcensteuerung
Eletronische Patientenakte
  • Eine „Akte“ für alle am Behandlungsprozess beteiligte Berufsgruppen
  • Einbinden aller Patienteninformationen und Dokumente
Auftrag-Befund-Kommunikation/Order Entry
  • Elektronische Beauftragung
  • Terminsteuerung und Befundermittlung
Medikationssteuerung
  • Unterstützung des Medikationsprozesses von Anordnung mit zur Verfügung-Stellung einer Unit-Dose-Versorgung
OP-Planung/Steuerung
  •  Steuerung der OP-Kapazitäten
  • Unterstützung im peri-operativen Prozess (z.B. Checklisten)
  • Übermittlung von relevanten Informationen

Was man für eine erfolgreiche Umsetzung braucht und welche Hürden zu umgehen sind, beschreibt Prölß im Artikel. „Ein schlechter digital abgebildeter Prozess bleibt ein schlechter Prozess“ schließt er. „Daher muss die Gestaltung und Reorganisation von Prozessen immer analog zur Digitalisierung erfolgen und umgekehrt. Auszugsweise aus: Markenmedizin für informierte Patienten: Strukturierte Behandlungsabläufe auf digitalem Workflow, 24,99 EUR, Lohmann, Heinz (Hrsg.); Kehrein, Ines (Hrsg.); Rippmann, Konrad (Hrsg.), medhochzwei Verlag

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