Krankenhausmanager versinken im operativen „Klein-Klein“

12. GESUNDHEITSWIRTSCHAFTSKONGRESS stellt Systempartnerschaften auf den Prüfstand Systempartnerschaften„Viele Krankenhausmanager behandeln das Thema Systempartnerschaften mit ihren Zulieferern nicht strategisch“, stellt Gesundheitsunternehmer Prof. Heinz Lohmann ernüchtert fest. Immer noch betrachteten die meisten Kaufleute das Erledigen nicht medizinischer Tätigkeiten in Kliniken als ihre eigentliche Kernkompetenz. Prof. Lohmann wörtlich: „Ein Geschäftsführer beklagte sich kürzlich bei mir, er komme nicht zu seinen eigentlichen Aufgaben‘, da er sich wegen des Ausfalls des Ärztlichen Direktors ständig um die Medizin kümmern müsse.“ Auf die Frage, ob die Behandlungsprozesse nicht gerade die zentralen Herausforderungen eines Generalmanagers in einem Krankenhaus seien, habe dieser irritiert reagiert. Manager auf der 2. Ebene in kaufmännischen und technischen Bereichen würden deshalb noch immer überwiegend nach ihren operativen Fähigkeiten und Erfahrungen ausgesucht. Das sei ein fundamentaler Fehler, der in der Folge häufig dazu führe, dass äußerst sinnvolle Ansätze zu Systempartnerschaften mit externen Experten an der vermeintlichen Konkurrenz der Akteure scheiterten. Das gelte insbesondere, wenn gesamtverantwortliche Krankenhausmanager Entscheidungen über Systempartnerschaften zu schnell in Richtung Fachverantwortliche weg-delegieren würden. Dass die Geschäftsführer dann schlussendlich im „Klein-Klein“ verhaftet blieben, dürfe sie nicht wundern. Prof. Lohmann nachdrücklich: „Wer Gesamtverantwortung wirklich wahrnehmen will, muss Komplexität reduzieren und sich auf das Wesentliche konzentrieren, nämlich die Strukturierung der Behandlungsprozesse gemeinsam mit den Ärzten und Pflegekräften.“ Voraussetzung dafür wiederum sei, die Positionen der eigenen leitenden Mitarbeiter mit strategisch erfahrenen Managern zu besetzen und mit Systempartnern aus Industrie- und Serviceunternehmen zusammenzuarbeiten. Der 12. GESUNDHEITSWIRTSCHAFTSKONGRESS setzt das Thema der Zusammenarbeit zwischen Industrie- und Serviceunternehmen sowie Krankenhäusern auf die Agenda. Es geht dabei darum, die theoretischen Vorteile solcher Modelle mit der Praxis der Gesundheitswirtschaft zu spiegeln. Es werden erfolgreiche Projekte vorgestellt und die Probleme der Einführung offen kommuniziert. Ziel ist es, Krankenhausmanagern Wege aufzuzeigen, ihre Kräfte auf die Modernisierung der Kernbereiche ihrer Gesundheitsunternehmen zu konzentrieren. Aktuelle Informationen zum Kongress am 21. und 22. September 2016 in Hamburg und direkte Anmeldung ständig unter: www.gesundheitswirtschaftskongress.de. Bis 31. Mai 2016 gilt der Frühbucherrabatt.
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