Chefs auf dem Karussell

CC Lizenz by falk von traubenberg http://traubenberg.net/„Es ist viel einfacher, den Geschäftsführer auszutauschen, als den Strukturwandel zu organisieren“, stellt Gesundheitsunternehmer Prof. Heinz Lohmann fest. Deshalb drehe sich das Personalkarussell in der Krankenhauslandschaft derzeit immer schneller. Ein überschaubarer Kreis von Führungskräften tauche in kurzen Abständen mal hier, mal dort auf. Diese Praxis sei ein Vorbote des überfälligen Strukturumbruchs. Auf die Dauer habe es keinen Sinn, so weiterzumachen. Prof. Lohmann wörtlich: „Die Branche braucht mehr Mut, die wirklichen Modernisierungsthemen anzugehen und sich zudem für Führungskräfte aus anderen Branchen zu öffnen.“ Ständig „im eigenen Saft zu schmoren“, bringe nichts. Der 11. GESUNDHEITSWIRTSCHAFTSKONGRESS am 16. und 17. September 2015 in Hamburg diskutiert den schnellen Wechsel auf Geschäftsführerpositionen. Unter dem Titel „Chefs auf dem Karussell“ geht es um die Frage, ob diese Rotation als Vorbote eines Strukturumbruchs gesehen werden kann. Auf dem Podium diskutieren Dr. Frans Blok, Geschäftsführer des Klinikums Osnabrück, Thomas Isenberg, MdA, Gesundheitspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, Reinhold Keil, Geschäftsführer des Reinhard-Nieter-Krankenhauses in Wilhelmshaven, Ines Manegold, Geschäftsführerin der Orthopädischen Universitätsklinik Friedrichsheim in Frankfurt am Main, Prof. Dr. Volker Penter, Head of Health Care der KPMG AG, und Dr. Peter Windeck, Geschäftsführender Gesellschafter von Rochus Mummert Healthcare. Die Moderation liegt in den Händen von Florian Gerster, Staatsminister a. D. und Vorsitzender der Initiative Gesundheitswirtschaft Rhein-Main e. V. Alle aktuellen Informationen zum 11. GESUNDHEITSWIRTSCHAFTSKONGRESS und zur Anmeldung finden sich unter: www.gesundheitswirtschaftskongress.de
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3 comments » Write a comment

  1. Aber genau das ist das Problem. In der Systemtheorie nennt man das den Bifurkationspunkt: man befindet sich am Scheideweg: entweder das System geht unter oder es begibt sich auch eine neue hohere Organisationsstufe.
    Ich mache als Oberarzt in der letzten Zeit immer mehr die Erfahrung, dass neue Ideen oder auch Inovationen damit quitiert werden, dass erstmal reflexartig gesagt wird: das geht nicht! Der kurzfristige Erfolg schein wichtiger als das langfristige Denken, somit ist man als Geschäftsführer erstmal enorm unter Druck in den ersten 100 Tagen Erfgolge zu verzeichnen, egal wie runtergekommen das Haus ist. Ich denke dies ist das Problem, die Gesundheitswirtschaft und speziell auch Krankenhäuser sind heute Profitcenter! Wer dies akzeptiert, dem darf die Entwicklung nicht fremd sein.

    • Ich freue mich über die Zustimmung zur grundsätzlichen Position. Auch meine Erfahrung ist, dass Veränderungen es schwer haben. Menschen sind nicht auf Wandel sondern auf Beständigheit ausgerichtet. In der Gesundheitswirtschaft sind Innovationen noch einmal komplizierter. Das zentrale Problem ist das nebeneinanderher agieren der Akteure. Insbesondere die Generalmanager mit ökonomischer Ausbildung sind bisher noch immer nicht „in der Medizin“ angekommen. Nur wenn Ärzte und Geschäftsführungen gemeinsam an der Optimierung der Behandlungsprozesse arbeiten, wird der Erfolg sich einstellen.

  2. Ich freue mich über die grundsätzliche Zustimmung zur vorgetragenen Position. Natürlich ist es schwierig Veränderungen durchzusetzen. Menschen sind nicht auf Wandel sondern auf Beständigkeit angelegt. Die zentrale Aufgabe wird darin bestehen, die Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Ökonomen zu erreichen. Bisher sind nämlich die ökonomisch ausgebildeten Generalmansger noch immer nicht in der Medizin angekommen. Die Strukturierung der Behandlungsprozesse kann aber nur im Zusammenwirken aller Beteiligter realisiert werden.

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